Stand: 28.06.2019 17:49 Uhr

Rechte Terrorpläne: "Zielperson" erhebt Vorwürfe

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Für Eva-Maria Kröger (Die Linke) sei es absolut verantwortungslos, dass mit den "Zielpersonen" der "Todesliste" nicht umgehend gesprochen wurde. (Archivbild)

Spätestens seit Mitte Juni ist klar: Die rechte Vereinigung "Nordkreuz" hat eine Namensliste mit politischen Gegnern angelegt. Dabei handle es sich nicht um eine "Todesliste", versicherte Innenminister Lorenz Caffier (CDU) bisher. Doch die Frage, ob Rechtsextreme in Mecklenburg-Vorpommern Attentate auf politische Gegner geplant haben, muss seit Freitag neu gestellt werden. Recherchen des Redaktions-Netzwerks Deutschland zufolge hatten die Mitglieder der Gruppierung die Absicht, rund 200 Leichensäcke und Ätzkalk zu bestellen.

Eva-Maria Kröger

Rechte Terrorpläne: "Zielperson" erhebt Vorwürfe

Nordmagazin -

Rechtsextremisten haben offenbar geplant, ihre politischen Gegner zu beseitigen. Nun erhebt Eva-Maria Kröger als "Zielperson" schwere Vorwürfe gegenüber Innenminister Caffier.

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Politische Gegner sollten beseitigt werden

Gegen einzelne Mitglieder des rechten Netzwerks wird bereits ermittelt. Sie sollen mehrere Tausend Schuss Munition und eine Maschinenpistole aus Beständen der Landespolizei entwendet haben. Neu ist, dass es dem Verfassungsschutz zufolge eine Materialliste der Rechtsextremisten gibt, aus der unter anderem Bestelladressen für Leichensäcke und Löschkalk zu finden sind. Die 30 Mitglieder der Prepper-Gruppe "Nordkreuz" haben sich auf den sogenannten "Tag X" vorbereitet - den Tag, an dem die staatlichen Ordnung zusammenbricht. Dann, so der Plan der Rechtsextremen, wollten sie ihre politischen Gegner beseitigen.

Linken-Politikerin Kröger: Betroffene haben einfach Angst

Eine der 29 Personen, die auf der gefundenen Liste stehen, ist Eva-Maria Kröger. Sie sitzt für die Partei die Linke im Landtag. Im Gespräch im NDR 1 Radio MV sagte die Politikerin, sie sei "alles andere als ein angstgetriebener Mensch", aber zukünftig wolle sie sensibler und vorsichtiger unterwegs sein. Andere Betroffene dagegen hätten einfach Angst, so Kröger. Für sie sei es absolut verantwortungslos, dass mit den Betroffenen nicht umgehend gesprochen wurde. "Das wäre Aufgabe des LKA und letztlich die des Innenministers Lorenz Caffier gewesen", stellt Eva-Maria Kröger fest.

Innenminister Caffier weist Schuld von sich

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Unter den ""Nordkreuz""-Mitgliedern sind auch Ehemalige und ein aktives Mitglied des Spezialeinsatzkommandos. (Archivbild)

In einer Stellungnahme des Innenministers heißt es, dass das LKA knapp zwei Jahre gebraucht hat, um die Ermittlungsergebnisse des BKA auszuwerten. Dazu gehört auch die Liste mit den Namen der politischen Gegner der Gruppe "Nordkreuz". Daher seien die Betroffenen auch erst im im Frühjahr 2019 informiert worden. Auch der Innenausschuss des Landtages habe erst dann von der Liste erfahren. Das weisen die Betroffenen jedoch zurück.

Kröger erwartet Entschuldigung des Ministers

Kröger sagte gegenüber NDR 1 Radio MV, dass die entsprechenden Informationen noch im Spätsommer 2017 vom BKA an das LKA gegangen seien - und das mit der Empfehlung, die Landesbehörde möge die 29 Betroffenen entsprechend sensibilisieren. Alle sogenannte Zielpersonen von der "Nordkreuz"-Liste haben allerdings erst durch die Vorladung des BKA erfahren, dass sie im Fadenkreuz des rechtsextremen Netzwerks stehen können. Für die betroffene Linken-Politikerin sei das unhaltbar. Sie erwarte eine Entschuldigung des Ministers.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.06.2019 | 17:00 Uhr

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