Stand: 23.12.2019 08:51 Uhr

Nord Stream 2: Trittin fordert Gegenmaßnahmen

Jürgen Trittin © NDR/Wolfgang Borrs Foto: Wolfgang Borrs
Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin beurteilt die Zukunft der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 optimistisch.

Geht es nach den USA, dann soll die umstrittene Gaspipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland buchstäblich auf den letzten Metern noch gestoppt werden: durch Sanktionen, die Washington gegen die am Bau beteiligten Firmen verhängt hat. Bislang wurden nach Angaben des Nord-Stream-2-Konsortiums mehr als 2.000 Kilometer des Doppelstrangs in der Ostsee verlegt. Rund 300 Kilometer fehlen noch.

Auf NDR Info äußerte sich der Grünen-Politiker und Bundestagsabgeordnete Jürgen Trittin dennoch zuversichtlich, dass die Ostsee-Pipeline bald in Betrieb genommen werden kann.

Trittin: Russland wird die Pipeline realisieren

Trittin erklärte, das Projekt werde zwar risikoreicher, aber: "Ich gehe davon aus, dass - nachdem Russland schon mehrere Milliarden in der Ostsee versenkt hat - sie die Pipeline zu Ende bauen werden." Moskau verfüge zudem ja auch über rechtsgültige Genehmigungen.

Gleichzeitig kritisierte der frühere Bundesumweltminister die Reaktion der Bundesregierung auf die US-Sanktionen: "Die Bundesregierung pflegt gegenüber dem aggressiven Kurs von Donald Trump eine Politik des vorauseilenden Gehorsams und Beschwichtigens." So habe Berlin das auch in diesem Fall gehalten.

Keine Subventionen für Gas-Terminals in Deutschland?

Der Grünen-Politiker forderte Union und SPD auf, zugesagte Subventionen für neue Flüssiggas-Terminals zu stoppen. "Sie haben versucht, die Sanktionen abzuwehren und abzuwenden, indem sie zugesagt haben, aus Steuermitteln neue Flüssiggas-Terminals in Deutschland zu errichten."

Laut Trittin benötigen die USA diese Anlagen, um ihr Flüssiggas in Europa verkaufen zu können, da es momentan nicht wettbewerbsfähig sei. "Ich finde, wenn die USA jetzt trotzdem Sanktionen verhängen, dann muss Schluss sein, Geldgeschenke zu machen. Diese Subventionen müssen sofort gestoppt werden."

Trittin sieht "massive Störung der transatlantischen Beziehung"

Auf NDR Info beklagte Trittin, dass sich das Verhältnis zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten massiv verschlechtert habe. "Die USA sind lange Zeit unser wichtigster Verbündeter gewesen. Aber wir werden mittlerweile von Washington behandelt wie ein Feindstaat." Es gebe eine massive Störung der transatlantischen Beziehung, so Trittin.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Infoprogramm | 23.12.2019 | 06:20 Uhr

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