Stand: 28.09.2017 18:06 Uhr

Rummms! Müritz-Hotel in Klink gesprengt

Das Müritz-Hotel in Klink (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) hat sich mit einem lauten Knall verabschiedet: 380 Kilogramm Sprengstoff verwandelten das ehemalige DDR-Vorzeigehotel in 20.000 Tonnen Bauschutt. In kurzer Folge fielen nacheinander alle drei Flügel zur Seite und das Treppenhaus stürzte in sich zusammen. "Es gab keine Probleme", sagte Projektleiter Andreas Fricke. Zur Sprengung des 1974 erbauten Hotels kamen rund 1.500 Schaulustige an die Müritz. Zahlreiche von ihnen beobachteten von Booten aus, wie der zehngeschossige Hotelkomplex am Donnerstagnachmittag in sich zusammenstürzte. Einige Schifffahrtsunternehmen boten Extra-Ausflugsfahrten zur Sprengung an.

Polizei verbietet Drohnenflüge über dem Gebiet

Aus Sicherheitsgründen erließ die Polizei ein Flugverbot für Drohnen. Durch die Explosion könnten die Drohnen außer Kontrolle geraten und in die Menschenmenge fliegen, sagte eine Polizeisprecherin. Die Anordnung sei in Abstimmung mit der Luftfahrtbehörde erlassen worden.

Langer Streit um Abriss endet mit einem Knall

Der geschichtsträchtige Bau mit Schwimmhalle und 45 Hektar Wassergrundstück soll einem Neubau weichen. Die Berliner Avila-Gruppe, die unweit bereits eine Reha-Klinik betreibt, will nahe der Müritz ein neues großes Hotel errichten, das voraussichtlich 2020 öffnen soll. Um die eigentlich längst beschlossene Maßnahme war zuvor lange gestritten worden. Ein privater Antragsteller hatte versucht, das Gebäude unter Denkmalschutz stellen zu lassen. Im September 2015 hatte sich der Investor mit den Denkmalschutzbehörden darauf verständigt, dass ein Erhalt und Umbau des Hotels nicht möglich ist.

Bundeskanzlerin Angela Merkel zu Gast

Zu DDR-Zeiten war das zehnstöckige Haus eines der gefragtesten und größten Ferienhotels des Gewerkschaftsbundes FDGB. Es wurde von 1972 bis 1974 für damals 50 Millionen DDR-Mark gebaut. Insbesondere die Lage des Hotels zwischen Müritz und Kölpinsee sorgte für gute Auslastung. Nach 1990 wurden die Schließungspläne der Treuhand abgewendet. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) war mehrfach zu Parteiveranstaltungen in Klink. Aber auch Show-Größen wie Andy Borg, Andrea Berg und Rex Gildo logierten in dem Hotel.

"Auf einen Urlaub hier musste man länger warten als auf einen Trabi"

"Das Haus war für die Marktwirtschaft zu groß, aber für den FDGB nicht", erzählte der 77-jährige Gerd Schröter, der jahrzehntelang "Chef des Hauses" war. Klink war neben Templin (Brandenburg) und Friedrichroda (Thüringen) eines der größten FDGB-Hotels. "Auf einen Urlaub hier musste man länger warten als auf einen Trabi", sagt Schröter.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.09.2017 | 15:00 Uhr

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