Stand: 03.05.2018 14:51 Uhr

Millionenschaden nach Großbrand in Wismar

Es war der schlimmste Brand in der Wismarer Altstadt seit Jahrzehnten: Zwei historische Giebelhäuser wurden bei dem Feuer fast vollständig vernichtet. Die Feuerwehr ist nach fast sechs Tagen im Einsatz erst am Mittwoch abgerückt. Ersten Schätzungen zufolge geht der Schaden in die Millionen.

Brandursache weiterhin unklar

Ob der Brand durch einen technischen Defekt oder durch Brandstiftung ausgelöst wurde, konnte bislang nicht ermittelt werden. Der Brandursachenermittler durfte die historischen Gebäude bislang nicht betreten. Diese wurden wegen der möglichen Einsturzgefahr noch nicht vom zuständigen Baustatiker freigegeben.

Polizei sucht weiterhin nach Zeugen

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Internetseite der Polizei Wismar zum Brand

Die Polizeiinspektion Wismar ruft Zeugen auf, Fotos und Videos zu schicken, die zur Aufklärung des Brandes in Wismar am 27. April beitragen können. extern

Nach Polizeiangaben wurden in den vergangenen Tagen Zeugen befragt, die sich gemeldet hatten. Es werden weiterhin Zeugen gesucht, die am vergangenen Freitagabend in der Nähe des Brandortes Auffälligkeiten beobachtet haben. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle entgegen. Zudem richtete die Polizeiinspektion Wismar am Donnerstag eine Internetseite ein, auf der Augenzeugen gebeten werden, Fotos und Videoaufnahmen hochzuladen, die sie am 27. April zwischen 17 und 19 Uhr gemacht haben.

Holzkonstruktion soll Einsturz verhindern

Eine nicht zu übersehende Holzkonstruktion stützt derzeit die beiden einsturzgefährdeten Gebäude ab. Die Mecklenburger Straße, die direkt zum Markt führt, bleibt bis auf Weiteres gesperrt, außerdem wurde eine Bushaltestelle vorverlegt. Dass die Baustelle Auswirkungen auf das Schwedenfest und die NDR-Sommertour im August haben könnte, ist laut Stadtverwaltung unwahrscheinlich. Schlimmstenfalls bleibt die Straße zum Markt gesperrt, hieß es.

Gewerbetreibende von Insolvenz bedroht

Gewerbetreibende, die in dem Giebelhaus, in dem der Brand ausgebrochen war, einen Laden hatten, trifft die Situation besonders hart. Betroffen sind ein Modegeschäft, ein Asia-Imbiss, eine Arztpraxis und eine Wohnung. Die Eigentümer eines angrenzenden Eiscafés dürfen ihren Laden nicht mehr betreten, weil die Rückwand des abgebrannten Giebelhauses einstürzen könnte. Das Eiscafé gibt es seit über 30 Jahren, die Besitzer müssen nun dringend einen neuen Standort finden, sonst droht ihnen die Insolvenz. Der DRK-Kreisverband Nordwestmecklenburg hat für die vom Feuer Betroffenen ein Spendenkonto eingerichtet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 30.04.2018 | 09:00 Uhr

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