Stand: 15.08.2018 17:17 Uhr

Milchpreis: Backhaus sieht "elende Schweinerei"

Vor dem Hintergrund der großen Ernteschäden in Mecklenburg-Vorpommern hat Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) die Milchpreis-Politik der Molkerei-Unternehmen scharf kritisiert. Am Rande einer Pressekonferenz zur Agrar-Ausstellung MeLa in Grimmen (Landkreis Vorpommern-Rügen) forderte er, die Erzeugerpreise für Bauern deutlich anzuheben. Die Molkereien sollten den Landwirten statt der aktuellen 32 Cent pro Liter Milch endlich kostendeckende 40 Cent zahlen. "Das ist eine elende Schweinerei, was die Molkereigenossenschaften mit den Bauern anstellen", sagte der Minister mit Blick auf den Marktführer im Land, das Deutsche Milchkontor (DMK).

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Warum steigt der Milchpreis nicht?

Nordmagazin -

Die Hitze der letzten Wochen hat auch den Kühen zu schaffen gemacht, sie gaben weniger Milch. Trotzdem steigt der Milchpreis nicht - für die Bauern nicht zu fassen.

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Kurreck: Milch weiter das Sorgenkind

Bei Hitze geben die Kühe im Schnitt ein bis zwei Liter weniger Milch pro Tag. Außerdem dürfte sich auch die Futterknappheit auf die Milchleistung auswirken. Bauernverbandspräsident Detlef Kurreck forderte ebenfalls, der Preis müsse steigen, wenn die Milch knapper werde. Die Entscheidungsprozesse in den großen genossenschaftlich geführten Unternehmen seien zu träge, um aktuell für eine Entlastung in den Betrieben zu sorgen, so Kurreck. Die Milch bleibe weiterhin das Sorgenkind.

Kritik an Umgang mit Rügener Molkerei

Landwirtschaftsminister Backhaus kritisierte das Deutsche Milchkontor mit Sitz in Bremen auch wegen seines Umgangs mit der Molkerei in Bergen auf Rügen. Dort will das DMK die Camembert-Produktion einstellen. Das Unternehmen verweigere aber alle Gespräche. Man hätte einen Investor, sagte Backhaus. Aber das DMK lehne jede weitere milchwirtschaftliche Nutzung an dem Standort, an dem jährlich etwa 40 Millionen Liter Milch verarbeitet werden, ab. "Wenn sich da nichts bewegt, dann werde ich das alles offenlegen", drohte Backhaus.

DMK weist Kritik zurück

Der Sprecher des Deutschen Milchkontor, Oliver Bartelt, wies die Forderung des Ministers, den Milchpreis umgehend anzuheben, zurück. Sie sei "etwas an der Realität vorbei gegriffen." Der Preis werde "nicht aus der Schatulle im Keller ausgeschüttet", so Bartelt. Die Molkerei bewege sich im freien, europäischen Wettbewerb. Zu Beginn des Jahres habe das DMK den Auszahlungspreis wie nahezu alle anderen Molkereien marktbedingt leicht zurücknehmen müssen. Nun liege er wieder etwas höher bei 34 Cent pro Kilogramm Milch.

Molkerei will Investor aus anderer Branche

In Bezug auf den Molkereistandort in Bergen teilte Bartelt mit, das Unternehmen sei offen für einen Investor aus der nicht-milchwirtschaftlichen Branche. Dazu führe man seit langem regelmäßige Gespräche mit der Landesregierung. "Warum wir einen Standort an einen Wettbewerber verkaufen sollten, ist aus betriebswirtschaftlichen Aspekten nicht nachvollziehbar", erklärte der Sprecher.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 15.08.2018 | 15:00 Uhr

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