Stand: 19.01.2016 17:25 Uhr  - NDR 1 Radio MV

MV appelliert an Polen, auf AKW zu verzichten

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Innenminister Caffier zeigte sich besorgt über Polens Pläne für den Bau eines neuen Atomkraftwerkes.

Innenminister Lorenz Caffier (CDU) hat eindringlich an das Nachbarland Polen appelliert, auf den geplanten Bau eines Atomkraftwerks zu verzichten. "Auch wenn es sich zuallererst um eine innere Angelegenheit Polens handelt, nehmen wir die Sorgen unserer Bürgerinnen und Bürger sehr ernst und formulieren unsere Bedenken auch deutlich", erklärte der Innenminister, der für atomrechtliche Fragen zuständig ist, am Dienstag in Schwerin. Caffier kündigte an, dass Mecklenburg-Vorpommern seine Kritik im Rahmen der Umweltprüfung anmelden werde. Ein entsprechendes Schreiben sei am Dienstag an die polnische Seite geschickt worden. Caffier sagte, immerhin habe sich Polen für drei mögliche Standorte an der Ostsee in der Woiwodschaft Pommern entschieden, die jeweils nur etwa 250 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt lägen.

Caffier fordert Beteiligung der Öffentlichkeit

Polen müsse angesichts der Atomkatastrophe von Fukushima und im Interesse der Bevölkerung beiderseits der Grenze auf den Bau verzichten, so Caffier. Im Detail müsse bei der Prüfung zur Umweltverträglichkeit des Projekts außerdem beachtet werden, dass Radioaktivität nicht nur durch Störfälle entweichen könnten, sondern auch durch Terror-Angriffe zum Beispiel durch den gezielten Absturz eines Flugzeugs.

Karte: Standorte für geplantes Atomkraftwerk in Polen

Außerdem werde die Bewertung des Projekts erschwert, weil sich Polen noch immer nicht entschieden habe, welcher Reaktor-Typ gebaut werden soll. Caffier erklärte, dass eine Öffentlichkeitsbeteiligung auf deutscher Seite geplant sei. Das erste polnische Atomkraftwerk soll frühestens nach 2025 entstehen - etwa 60 Kilometer nordwestlich von Danzig.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 19.01.2016 | 07:00 Uhr

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