Stand: 09.01.2018 15:55 Uhr

Landwirte erwarten unterdurchschnittliches Jahr

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Landwirte haben derzeit mit durchnässten Feldern zu kämpfen. Die Ernte stockt mancherorts immer noch.

Nach dem schwierigen Jahr 2017 gehen die Landwirte in Mecklenburg-Vorpommern mit gedämpften Erwartungen ins neue Jahr. Für 2018 rechnet der Verband erneut mit einem unterdurchschnittlichen Jahr für die Landwirtschaft. Darüber informierte der Bauernverband zum Jahresauftakt in Schwerin. "Wieviel hast Du?" - Dies sei immer noch die meistgestellte Frage unter den Landwirten, sagte Bauernverbandspräsident Detlef Kurreck. Gemeint ist damit die extrem hohe Regenmenge, die viele Arbeiten be- und verhindert hat.

Wasser auf den Feldern verhindert Ernte

Bis zu 15 Prozent der Fläche für Wintergetreide konnten demnach im Herbst nicht bestellt werden, weil es zu nass war. Die Strukturschäden auf dem Acker seien immens, so Kurreck. Und in sechs Wochen stehe bereits der Aussaattermin für die ersten Sommerkulturen bevor.

Ein ferkel

Bauernverband rechnet mit schwierigem Jahr

Nordmagazin -

Weiterhin starke Niederschläge, die Afrikanische Schweinepest auf dem Vormarsch: Nach dem kritischen letzten Jahr sind die Landwirte in MV auch für 2018 wenig optimistisch.

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Erst fünf Anträge für provisorische Güllelager

Zur Errichtung von provisorischen Güllelagern liegen laut dem Bauernverbandspräsidenten bisher nur fünf Anträge bei den Behörden vor. Die meisten Landwirte nutzten freie Kapazitäten bei Berufskollegen und transportierten viel Gülle, die im Herbst nicht ausgebracht werden konnte, hin- und her, so der Präsident. Er fordert als Lehre aus dem vergangenen extremen Jahr mit erstmals deutlich eingeschränkten Düngezeiten als Vorgaben mehr fachliche Aspekte und weniger starre Termine.

Kurreck: Afrikanische Schweinepest wird kommen

Zudem betrachten die Landwirte die immer weiter fortschreitende West-Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest mit Sorge. Laut Kurreck stellt sich die Frage, ob die Seuche Mecklenburg-Vorpommern erreiche, gar nicht. Es gehe nur darum, wann dies der Fall sei. Die Seuche werde aber schon Auswirkungen auf Deutschland haben, bevor sie die Grenze überschreite. Für diesen Fall brauchten die Bauern Handlungssicherheit.

Schweinepest bereits westlich von Warschau

Kurreck forderte vom Staat, ein System mit einer festen Befehlskette zu installieren. Der Ernst der Lage sei bei Jägern und Bauern erkannt. Nach Angaben des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Insel Riems ist die Gefahr einer Einschleppung weiterhin hoch. In Polen sei die Schweinepest bis westlich der Hauptstadt Warschau vorgedrungen. Zwischen Ende November und Anfang Januar gab es in Polen demnach 279 neue Fälle bei Wildschweinen. Die Seuche könne sehr schnell durch kontaminierte Essensreste, die an Raststellen entsorgt werden, nach Deutschland eingetragen werden.

Aktionen zur Grünen Woche geplant

Mit Blick auf die am 18. Januar beginnende Grüne Woche in Berlin kündigte der Bauernverband an, auf die Gegendemo zur Berliner Aktion "Wir haben es satt" zu verzichten. In diesem Jahr wollen Landwirte den Menschen unter dem Motto "Deutschland blüht auf" an mehreren Orten ihren Einsatz für den Artenreichtum in der Natur dokumentieren. Im Nordosten sind Aktionen in Einkaufscentern in Schwerin, Rostock und Neubrandenburg geplant.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.01.2018 | 16:00 Uhr

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