Ferkel drängen sich in einem Stall. © NDR

Landwirt gesteht Betrug mit angeblichem Bio-Vieh

Stand: 22.02.2021 15:15 Uhr

Vor dem Landgericht Schwerin hat ein Landwirt aus der Nähe von Lübtheen im Landkreis Ludwigslust-Parchim zugegeben, über Jahre herkömmliches Fleisch als hochwertiges Bio-Fleisch verkauft zu haben.

Wegen des Vorwurfs des besonders schweren Betruges muss sich ein 60 Jahre alter Landwirt vor dem Landgericht Schwerin verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, zwischen 2010 und 2015 rund 6.650 Schweine und 350 Rinder als Bio-Ware verkauft zu haben, obwohl dies nicht der Wahrheit entsprochen haben soll.

Staatsanwaltschaft kritisiert lasche Kontrollen

Zu Prozessbeginn am Montag räumte der angeklagte Landwirt ein, Rechnungen über den Kauf von Bio-Futter gefälscht zu haben. Diese Rechnungen hat er dann bei Kontrollen einem Prüfer des Landwirtschaftsamtes vorgelegt. Daraufhin wurde ihm das Bio-Zertifikat erteilt. Dabei hat ihm in die Hände gespielt, dass die Kontrollen eher nachlässig durchgeführt wurden, kritisierte die Staatsanwaltschaft. Zudem seien Kontrolleur und Angeklagter befreundet gewesen.

Urteil im März

Insgesamt entstand laut Anklage ein Schaden von 1,6 Millionen Euro. Neben dem Mehrerlös durch das falsche Bio-Fleisch hatte der Angeklagte auch Einkünfte verschleiert und zu Unrecht Subventionen bekommen. Die Steuerschuld, so das Gericht, hat er inzwischen beglichen. Ein Urteil könnte schon Mitte März fallen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.02.2021 | 15:00 Uhr

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