Kommunen planen Wärmehallen für Herbst und Winter

Stand: 22.08.2022 15:00 Uhr

Für den Fall einer Energie-Notlage in der kalten Jahreszeit stellen Kommunen im Nordosten Überlegungen an, flächendeckend Wärmehallen einzurichten. Das Innenministerium hat angewiesen, Aufenthaltsräume bereitzustellen, in denen sich Menschen aufwärmen können.

In Mecklenburg-Vorpommern bereiten sich Städte und Gemeinden auf den Ausfall der Gasversorgung im Herbst und Winter vor. Das Schweriner Innenministerium hat sie aufgefordert, nach Räumlichkeiten zu suchen, in denen sich im Ernstfall Teile der Bevölkerung aufwärmen können. Laut Energieminister Christian Pegel (SPD) kümmere sich auch die untere Katastrophenschutzbehörde um Planungen. Vorrangig sei aber, die Gasmangellage zu vermeiden, so Pegel.

Pegel setzt auf Vermeidung

Der Minister lässt den schlimmsten denkbaren Fall vorbereiten und rechnet mit pragmatischen Lösungen, um Menschen, die aus Gasmangel keine Heizung mehr zuhause haben, kommunal getragene Aufwärmmöglichkeiten anzubieten. Das könnten zum Beispiel Sporthallen oder Schulen sein, wo eine größere Anzahl von Menschen untergebracht werden kann. Die Gebäude werden dann mit Gasreserven oder alternativen Brennstoffen, wie Heizöl oder Flüssiggas, beheizt. Alle Kräfte seien aber auf die Vermeidung einer solchen Situation gerichtet, so der Minister. Er sieht dafür auch gute Chancen. Die Vorbereitungen seien entsprechend vorangeschritten, sagte Pegel im Interview mit NDR MV Live.

LUP: Unterbringungen für zwei Prozent

Der Landkreis Ludwigslust-Parchim ist momentan mitten in den Überlegungen zum Worst Case. Zwei Prozent der Bevölkerung wären hier laut der Planung von einem Zusammenbruch der Gasversorgung betroffen. Der Landrat Stephan Sternberg (SPD) sieht in den Vorbereitungen keine Panikmache, sondern eine realistische Vorbereitung der kommunalen Familie. Es seien bereits Defizite gefunden worden, die man jetzt bearbeiten könne, um später einsatzbereit zu sein, so Sternberg.

NWM: Planung nur auf dem Papier

Der Landrat des Kreises Nordwestmecklenburg, Tino Schomann (CDU), betonte bei NDR MV Live, dass die Planungen auf dem Papier stattfinden würden, weil keiner davon ausgeht, dass der Ernstfall auch eintrete. Die Stadtverwaltung Anklam hat bereits einen vorsorglichen Notfallplan erstellt. Eine Wärmestube würde im Fall der Fälle im Volkshaus eingerichtet, so der stellvertretende Bürgermeister und Ordnungsamtsleiter Bernd Lange.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 22.08.2022 | 14:30 Uhr

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