Stand: 04.04.2019 16:22 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Kokain in Bananenkisten: "Dieser Fund ist einmalig"

Der Fund einer Rekordmenge von in Bananenkisten eines Discounters versteckten Kokains hält die Ermittler in Mecklenburg-Vorpommern weiter in Atem. Nach Angaben des Sprechers der Staatsanwaltschaft Rostock, Harald Nowack, kann noch immer nicht gesagt werden, wie groß der Fund tatsächlich ist. "Die Endmenge haben wir noch nicht, weil wir es bisher einfach noch nicht auswerten konnten aufgrund der Menge", sagte Nowack NDR 1 Radio MV. Fest stehe aber: "Diese Größenordnung ist für Mecklenburg-Vorpommern bisher wirklich einmalig." Die Ermittler gehen mindestens von knapp 500 Kilogramm Kokain aus.

Marktwert bis zu 25 Millionen Euro

Die Drogen waren am Mittwoch von Mitarbeitern der Discounterkette Aldi entdeckt worden - versteckt in Bananenkisten. Sie wurden landesweit in sechs Filialen sowie einem Aldi-Logistikzentrums in Jarmen (Landkreis Vorpommern-Greifswald) sichergestellt. Der Wert der Drogen könnte bei etwa 25 Millionen Euro liegen.

Keine Funde in anderen Bundesländern

Am Donnerstag nahm die Polizei auch Filialen und Lager in anderen Bundesländern unter die Lupe. Es habe aber keine konkreten Durchsuchungen gegeben, sondern Polizeidienststellen in mehreren Bundesländern seien angefragt worden, ob auch bei ihnen Kokain in Bananenkisten gefunden wurde, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Rostock am Donnerstag. Bis zum Mittag seien aber keine Funde außerhalb Mecklenburg-Vorpommerns gemeldet worden.

Wohl nicht für MV bestimmt

Im Nordosten konzentrieren sich die Ermittlungen derzeit auf die genaue Herkunft und die Abnehmer der Drogen. Sie sollen aus Lateinamerika stammen und per Schiff transportiert worden sein, hieß es. "Nach den derzeitigen Ermittlungen gehen wir davon aus, dass die Drogen nicht für unseren Bereich hier bestimmt waren", so Nowack. Aus ermittlungstaktischen Gründen wollten die Ermittler nicht verraten, über welche Häfen sie verschifft wurden. Für die weitere Aufklärung hat das Landeskriminalamt MV gemeinsam mit dem Zollfahndungsamt Hamburg eine Ermittlungsgruppe zusammengestellt.

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Bis dato lagen die größten Kokainfunde im Nordosten im Bereich von rund 100 Kilogramm. Solche Mengen waren laut Staatsanwaltschaft 1992 und 2005 in Frachtern im Rostocker Seehafen sichergestellt worden. Der letzte größere Fund wurde vor rund einem Jahr im Warenlager einer Lebensmittelhandelskette in Valluhn (Landkreis Ludwigslust-Parchim) gemacht. Rund 110 Kilogramm Kokain waren in Ananaskisten versteckt. Sie stammten aus Costa Rica. Die Ermittlungen in diesem Fall dauerten weiter an, teilte die Schweriner Staatsanwaltschaft am Donnerstag mit.

Koks und Obst keine Seltenheit

Bundesweit wird immer wieder in Obstkisten und Schiffscontainern verstecktes Kokain entdeckt: In der vergangenen Woche 87 Kilo in Supermärkten im Rhein-Main-Gebiet, eine Tonne im November 2018 in Hamburg, 120 Kilo im Dezember 2017 in Leverkusen oder 225 Kilo in Heilbronn im November 2017. Im Februar erhob die Staatsanwaltschaft Landshut Anklage gegen acht Männer, die binnen acht Monaten rund zwei Tonnen Kokain aus Ecuador nach Deutschland geschmuggelt haben sollen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 04.04.2019 | 18:00 Uhr

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