Stand: 21.03.2019 15:07 Uhr

Klimawandel große Gefahr für Wälder in MV

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Das Dürrejahr 2018 hat laut Minister Backhaus (M.) insbesondere bei jungen Aufforstungen zu Schäden geführt. (Archivbild)

Witterungsextreme infolge von Klimaveränderungen setzen den Wäldern in Mecklenburg-Vorpommern zu. Das geht aus dem aktuellen Waldzustandsbericht hervor. "Die vergangenen zwei Jahre haben gezeigt, dass eine der größten Gefahren für unsere Wälder der Klimawandel ist", sagte Umweltminister Till Backhaus (SPD) am Donnerstag im Forstamt Billenhagen (Landkreis Rostock) bei der Vorstellung des Berichts. Zwar sei der Gesundheitszustand der Wälder im Vergleich zu den Vorjahren weiter stabil, dennoch hätten die Wälder vor allem im Dürrejahr 2018 spürbar gelitten.

Nässe, Sturm und Dürre verursachten große Schäden

Dürre, Stürme und Überflutungen - das Jahr 2018 war laut Backhaus reich an schädigenden Faktoren für Wälder. So habe die lange Trockenheit ein erhebliches Defizit in den Wasserspeichern der Böden gebracht. Insbesondere in jungen Aufforstungen sei es zu dadurch zu Dürreschäden gekommen. Außerdem zerstörten im vergangenen Jahr 88 Waldbrände eine Fläche von insgesamt rund 31 Hektar Wald. Im Vorjahr waren es dagegen nur sechs Waldbrände auf einer Fläche von 0,17 Hektar.

Borkenkäfer hinterlässt Spuren

Auch die erheblichen Niederschläge in den Monaten März und April haben in den Wäldern Spuren hinterlassen. Durch die Nässe seien rund 34.000 Kubikmeter Schadholz entstanden, so Backhaus. Weitere etwa 300.000 Kubikmeter Schadholz gingen vor allem auf den Borkenkäfer zurück. Da viele Baumarten erst zeitverzögert auf Witterungsextreme reagierten, sei in den Folgejahren mit weiteren Schäden zu rechnen, erklärte der Minister.

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Gesundheit der Bäume leicht verschlechtert

Trotz allem sei der Zustand der Bäume im vergangenen Jahr weitgehend stabil geblieben. Der Anteil der Bäume mit deutlichem Blatt- oder Nadelverlust in der Krone - deutlich meint, wenn mehr als ein Viertel fehlt - hat sich laut den aktuellen Zahlen von 14 Prozent im Jahr 2017 auf 17 Prozent erhöht. Bei den Laubbäumen ist die Eiche mit einem mittleren Blattverlust von 23 Prozent (2017: 20 Prozent) weiterhin die am stärksten geschädigte Baumart. Die Buche sei dagegen stabil geblieben. Bei den Nadelbäumen bereitet die Kiefer mit einer Erhöhung des mittleren Nadelverlusts von 18 auf 20 Prozent die größten Sorgen. Laut Backhaus hat sich der vor gut 20 Jahren in Angriff genommene Umbau instabiler Wälder in stabile Mischwälder als richtig erwiesen.

Eingeschleppte Schädlinge bereiten Probleme

Mit Sorge betrachtet das Ministerium auch die Einschleppung von Schädlingen, die in Mecklenburg-Vorpommern eigentlich nicht heimisch sind. So bringe ein Pilz, der vor etwa 25 Jahren aus Ostasien nach Europa gekommen sei, die heimischen Eschen meist innerhalb weniger Jahre zum Absterben, so Backhaus. Bereits mehr als die Hälfte der Eschen-Anbaufläche im Nordosten sei dadurch verloren gegangen. Seit zwei Jahren läuft deshalb ein Projekt, um resistente Eschenpflanzen zu züchten. Die ersten veredelten Pfropflinge sollen im April im Forstamt Stavenhagen ausgepflanzt werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.03.2019 | 16:00 Uhr

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