Stand: 03.09.2018 20:00 Uhr

Keine Sperrzone trotz Vogelgrippe auf Hof bei Wismar

Nachdem bei einem privaten Geflügelhalter in der Nähe von Wismar ein Fall von Geflügelpest nachgewiesen worden ist, hat der Landkreis Nordwestmecklenburg mitgeteilt, dass es dort keine Sperrzone geben wird. Vor zwei Tagen wurde bei einer Ente das hochansteckende Influenza-A-Virus des Subtyps H5 festgestellt.

Feder eines Vogels in der Hecke.

Vogelgrippe-Fall in Wismar nachgewiesen

Nordmagazin -

Nach dem Nachweis von Vogelgrippe auf einem Hof bei Wismar erwarten Landwirte in der Region weitreichende Sicherheitsmaßnahmen. Auf dem betroffenen Hof werden alle Tiere getötet.

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Mehr als 100 Tiere getötet

Zuvor hatte der Hobbyzüchter das Veterinäramt informiert, dass eine seiner Enten verendet war. Anschließend starben zehn weitere Tiere. Am Freitag kam die Bestätigung des Friedrich-Löffler-Instituts, dass es sich dabei um das Vogelgrippe Virus handelt. Alle 100 Enten und 30 Hühner wurden nach Anordnung getötet.

Landesamt gibt vorsichtige Entwarnung

"Es ist eine Kleingeflügelhaltung und zu einer Jahreszeit, wo wir eigentlich AI (Aviäre Influenza) noch nicht erwarten. Von daher gehe ich - auch aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung - noch nicht davon aus, dass wir ein größeres Risiko haben", gab der Direktor des Landesamts für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF), Frerk Feldhusen, im NDR Nordmagazin vorsichtig Entwarnung. Das Virus sei bei Sonnenschein relativ empfindlich und der Vogelzug habe noch nicht begonnen, so Feldhusen weiter. Auch die ständigen landesweiten Kontrollen zeigten bislang keine Auffälligkeiten.

Hintergrund: Geflügelpest und Vogelgrippe

Vogelgrippe-Viren können in zwei Formen bei Hausgeflügel und Wildvögeln auftreten: als gering krankmachende Form (niedrigpathogen) oder stark krankmachende Form (hochpathogen). Wenn sich die hochpathogene Form, die meist zum Tod der Vögel führt, wie eine Seuche ausbreitet, sprechen Experten von Geflügelpest.

Hochpathogene Influenzaviren sind zum Beispiel die Subtypen H5N1, H5N5 und H5N8. Letzteres tritt derzeit im Norden vermehrt auf. Bislang sind keine Fälle bekannt, dass sich Menschen mit H5N8 angesteckt haben. Das Risiko wird als sehr gering eingeschätzt. H5N5 ist ein Mischvirus, das sich durch die Vermengung von H5N8-Viren mit anderen H5-Stämmen bildet. Der Subtyp H5N1 gilt als besonders aggressiv und ist auch auf den Menschen übertragbar.

Agrarministerium geht von Einzelfall aus

Der Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, Jürgen Buchwald, sprach von einem Einzelfall. "Wir waren sehr überrascht von diesem Fall. Das ist untypisch zu dieser Jahreszeit und bei diesen Temperaturen", so Buchwald im NDR Nordmagazin. Es müsse beobachtet werden, wie sich das Geschehen weiterentwickle. Möglicherweise würden Untersuchungsergebnisse in den kommenden Tagen nähere Aufschlüsse liefern. Ob es zu größeren Sperrzonen komme, sei vom weiteren Auftreten des Virus abhängig, so Buchwald.

Hintergründe unklar

Wie das hochansteckende Virus in den Bestand kam, sei noch völlig unklar, hieß es vom zuständigen Landesamt. Auch der Tierhalter kann sich nicht erklären, wie das Virus in seinen Betrieb gekommen ist. Alle Tiere stammten aus eigener Zucht. Dem Gesetz nach muss gleich nachdem die Erkrankung amtlich festgestellt wurde, eine Sperrzone von mindestens drei Kilometern um den betroffenen Hof eingerichtet werden. Das Landwirtschaftsministerium fordert die Geflügelhalter auf, die Sicherheitsmaßnahmen in ihren Betrieben strikt einzuhalten. Dabei geht es vor allem darum, Tiere vor dem Kontakt mit Wildvögeln zu schützen. Fachleute gehen davon aus, dass insbesondere Zugvögel für die Verbreitung der Vogelgrippe verantwortlich sind.

Weitere Informationen

Fragen und Antworten zur Geflügelpest

Das Auftreten des Vogelgrippe-Erregers treibt Verbrauchern und Geflügelhalter immer wieder Sorgenfalten auf die Stirn. Wie gefährlich ist das Virus für Mensch und Tier? mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 03.09.2018 | 22:00 Uhr

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