Stand: 24.01.2020 06:24 Uhr

Kein Spielraum für Juristen-Ausbildung in Rostock

Bettina Martin, Kultusministerin MV
Bettina Martin sieht keinen Finanzierungsspielraum für die Wiedereinführung der juristischen Examensausbildung in Rostock.

Das Bildungsministerium in Mecklenburg-Vorpommern hat der Wiedereinführung der juristischen Examensausbildung an der Universität Rostock eine Absage erteilt. Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) sagte, dafür sei kein Geld da. Stattdessen soll die Absolventenzahl an der Universität Greifswald erhöht werden. Wie genau das umgesetzt werden soll, ist aber noch unklar. Auf einer Podiumsdiskussion an der Uni Rostock hatte am Donnerstagabend die Präsidentin des Deutschen Anwaltvereins, Judith Kindermann, vor den Folgen des immer größer werdenden Juristenmangels gewarnt.

Mangel an Juristen droht

Blick in den Gerichtssaal des Landgerichts Stralsund. © NDR Foto: NDR
Drohen bald leere Richterbänke? Die Justiz in Mecklenburg-Vorpommern hat Probleme mit der Nachwuchsausbildung.

Linke, AfD, Richter- und Anwaltsvereinigungen sowie das CDU-geführte Justizministerium in Mecklenburg-Vorpommern fordern eine Wiedereinführung der juristischen Examensausbildung an der Rostocker Universität. Sie begründeten dies mit einem drohenden Mangel an Juristen in den kommenden Jahren. Wie es hieß, sind gut zwei Drittel der etwa 620 Richter und Staatsanwälte im Land älter als 50 Jahre.

Linke: Bisherige Maßnahmen reichen nicht aus

Schon in wenigen Jahren werden der rechtspolitischen Sprecherin der Linksfraktion Jacqueline Bernhardt zufolge jährlich im Schnitt 40 Richter und Staatsanwälte altersbedingt aus dem höheren Justizdienst ausscheiden. Die von der Landesregierung eingeleiteten Maßnahmen zur Erhöhung der Absolventenzahlen in Greifswald seien zwar richtig, reichten jedoch nicht aus, so die Kritik.

Ausbildung von Juristen nur in Greifswald

Volljuristen mit der Befähigung zum Richteramt werden in Mecklenburg-Vorpommern seit 2008 nur noch in Greifswald ausgebildet. Laut Bildungsministerium legt dort von den jährlich etwa 300 Immatrikulierten nur etwa ein Viertel bis ein Drittel die erste juristische Prüfung ab. Sie ist vergleichbar mit dem früheren ersten Staatsexamen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 24.01.2020 | 07:00 Uhr

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