Stand: 17.07.2020 16:15 Uhr

Karten-Schatz in Uni-Bibliothek entdeckt

Das Foto zeigt die Kopie einer Weltkarte von Seefahrers und Entdeckers Vespucci in einem Buch, das in der Universitätsbibliothek Rostock aufbewahrt wird. © Universität Rostock Foto:
Die historische Karte wurde 1505 in Rostock gedruckt. Nun ist sie in die Hansestadt zurückgekehrt.

Als Teil einer wertvollen historischen Druckschrift hat die Universitätsbibliothek Rostock vor einem Jahr eine Weltkarte aus dem 16. Jahrhundert angekauft. Nun stellte sich heraus, dass es sich um die älteste bekannte Kopie einer Karte handelt, deren Original der berühmte Seefahrer und Entdecker Amerigo Vespucci (1454–1512) gefertigt haben muss. 200.000 Euro zahlte die Universität an einen Sammler für den achtseitigen Druck „Epistola Albericij. De novo mundo“, der 1505 in Rostock von Hermann Barckhusen hergestellt wurde. Darin berichtet Vespucci über seine transatlantische Fahrt, bei der er als erster Europäer erkannte, dass die 1492 von Kolumbus entdeckten Gebiete nicht zu Asien gehören. 

Afrika als Indiz

Aber erst in den vergangenen Monaten während der Corona-Zeit hatte der Kartenexperte Gyula Pápay Zeit, die Weltkarte genauer zu untersuchen, deren Autor in dem Druck nicht angegeben ist. Drei Monate lang forschte er in historischen Quellen, verglich die Karte mit vielen anderen Karten aus der Zeit. Die Darstellung des Mittelmeers zum Beispiel ist für Professor Pàpay ein Indiz, dass das Original von einem Kartographen aus dem Südwesten Europas stammen muss. Entstanden ist die Karte um 1500, so Pápay, da Afrika auf ihr eine Südspitze hat, die umrundet werden kann. Das ist auf älteren Karten nicht der Fall, weiß der Professor.

Älteste bekannte Karten-Kopie

Aus all seinem Wissen schloss Papay: Amerigo Vespucci muss der Urheber sein. Schließlich war Vespucci nicht nur Seefahrer und Entdecker, sondern selbst ein hervorragender Kartograph. "Bei der Rostocker Karte handelt es sich wahrscheinlich um die einzige Karte, die am vollständigsten eine Karte von Vespucci zumindest als Kopie für die Nachwelt bewahrt hat", sagt Pápay. Denn originale Karten von Vespucci gibt es nicht mehr. In Anerkennung der besonderen Leistungen Vespuccis bezeichnete der deutsche Geograph Martin Waldseemüller den neuen Kontinent seit 1507 auf seinen eigenen Karten nach dessen Vornamen: America.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 17.07.2020 | 17:30 Uhr

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