Stand: 01.04.2020 18:46 Uhr

Jugendherbergen leiden unter Klassenfahrt-Absagen

Urlauber stehen vor einer Jugendherberge. © NDR Foto: Nicole Buchmann
Die Jugendherberge in Prora bietet vielen Rügenurlaubern Platz. (Archivfoto)

Die Jugendherbergen in Mecklenburg-Vorpommern verzeichnen durch die Corona-Krise nach eigenen Angaben enorme Einbußen. "Schon jetzt haben wir 15 Prozent des geplanten Jahresumsatzes verloren", sagte Miriam Gedrose vom Landesverband der Jugendherbergen. Noch mindestens bis zum 19. April müssen die Jugendherbergen im Zuge der Corona-Krise geschlossen bleiben. Der Zeitraum, für den Buchungen storniert werden, ist jedoch wesentlich größer. Denn die meisten Gäste sind keine Individualreisenden, sondern Schulen, Vereine oder Jugendgruppen auf Bildungsreisen.

Stornierungen bis Ende des Schuljahrs

"In einigen Bundesländern haben die Bildungsministerien Klassenreisen bis zum Ende des Schuljahres untersagt." Normalerweise finden die meisten Schulfahrten im April, Mai oder Juni statt. Momentan jedoch werde der Großteil von ihnen abgesagt. Um zu verhindern, dass sie diese Einnahmen komplett verlieren, bieten die Jugendherbergen laut Gedrose an, Reservierungen kostenlos umzubuchen. Gebucht werden Gruppenreisen in der Regel lange im Voraus, wie Gedrose sagte. Darum rechnet sie auch nicht mit vielen kurzentschlossenen Gästen, die die Lücken füllen könnten. Die Verbände setzen nun zum Überleben auf den Rettungsschirm des Landes und den angekündigten Sozialfonds in Höhe von 20 Millionen Euro.

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Herbergszimmer als Quarantänequartier

Ihre notgedrungen freien Räume stellen die Jugendherbergen nun anderweitig zur Verfügung. "Die Einrichtungen haben dem Land offiziell angeboten, dass sie im Notfall Quarantänepatienten unterbringen können, um die Krankenhäuser zu entlasten", sagte Tobias Woitendorf vom Landestourismusverband. Bisher sei aber noch niemand auf dieses Angebot zurückgekommen. Wie Miriam Gedrose schätzt auch Woitendorf die momentane Situation der Jugendherbergen und anderer auf Jugendgruppen spezialisierter Unterkünfte als große Herausforderung ein. Trotz der Unsicherheit bleibt er aber optimistisch: "Wir hoffen und gehen davon aus, dass wir es schaffen, diese Krise zu überstehen."

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 01.04.2020 | 10:00 Uhr

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