Stand: 13.05.2020 07:32 Uhr  - NDR 1 Radio MV

GEW kritisiert Corona-Tests an Carolinum

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

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Die Tests am Carolinum werden von der Rostocker Firma Centogene durchgeführt.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat die Corona-Tests am Gymnasium Carolinum in Neustrelitz als ungerecht und einseitig kritisiert. An der Schule haben Lehrer, Mitarbeiter und Schüler seit gut drei Wochen die Möglichkeit, sich auf das neuartige Virus untersuchen zu lassen. Der GEW-Landesvorsitzende Maik Walm sagte, im Vergleich entstünden anderen Schülern an allen anderen Schulen des Landes Nachteile. Denn Tests seien das "Mittel der Wahl", um Ansteckungen frühzeitig zu entdecken und einzudämmen, so Walm. Diese Test müssten aber allen Schülern offenstehen, nicht nur denen an einem ausgewählten Gymnasium, das durch seine Sonderrolle immer wieder auffalle.

Bildungsministerium sieht keinen Handlungsbedarf

"Diese Einseitigkeiten verbieten sich in einem staatlichen Schulsystem", so Walm. Der Zufall des Wohnorts dürfe nicht über den Zugang zu Bildungsmöglichkeiten entscheiden. Das Bildungsminsterium in Schwerin sieht keinen Grund zum Handeln. Die Frage, warum an den anderen rund 600 Schulen im Land nicht getestet werde, blieb unbeantwortet. Man sei im Vorfeld über die Praxis in Neustrelitz nicht eingebunden gewesen, es handele sich um eine Eigeninitiative von Schulleiter Henry Tesch, so ein Sprecher.

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Rostocker Unternehmen testet auf eigene Kosten

Der ehemalige CDU-Bildungsminister hat bei den Tests auf das Angebot des Rostocker Gentechnikunternehmens Centogene zurückgegriffen. Es führt die Tests nach seinen Angaben kostenlos durch. Tesch sagte in mehreren Videobotschaften auf der Internetseite seiner Schule, engmaschige Tests seien nötig, um einen sicheren Umgang in der Schule zu bekommen - so sei "vielleicht" auch wieder der Unterricht in einem Klassenverband möglich. Die Schule wirbt mit dem Corona-Motto "#DieNeueEigenverantwortung." Centogene organisiert seit vergangenen Freitag auch vorsorgliche Corona-Tests in Alten- und Pflegeheimen. Die Firmenleitung hat dafür mit Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) einen Vertrag über 3,5 Millionen Euro ausgehandelt. Die Teilnahme sei freiwillig, der Landesdatenschützer und der Pflegefachverband bpa loben die Tests. "Die bringen Klarheit über die Situation und geben Pflegenden und Bewohnern Sicherheit", erklärte Michael Händel, bpa-Landesvorsitzender.

Virologe hält repräsentatives Testen für sinnvoller

Der Virologe Prof. Andreas Podbielski von der Universität Rostock hatte die Testserie in Altenheimen kritisiert. Da es im Land kaum Infektionsfälle gebe, sei der Erkenntnisgewinn gering. Außerdem lieferten die Ergebnisse immer nur eine Momentaufnahme. Wissenschaftlich sinnvoller sei es, repräsentativ Altenheime auszusuchen und dort dann regelmäßig auf Corona zu testen. Ein entsprechendes Pilotprojekt der Universität Rostock ist offenbar nicht zustande gekommen. Dabei war das im ersten MV-Plan der Landesregierung, der die Lockerungen der Corona-Maßnahmen eingeleitet hatte, noch angekündigt worden. Zu den jetzt allgemeinen Tests äußerte sich die Regierung seinerzeit kritisch. "Es ist wichtig, sich bei der Testung auf genau definierte Gruppen zu konzentrieren, um knappe Ressourcen nicht unnötig zu binden. Zudem kann ein Testen asymptomatischer Personen ohne Indikation bei einem negativen Befund eine nicht gegebene Sicherheit suggerieren." Heißt: auch wenn der Corona-Test keine akute Ansteckung nachweist, könnte die getestete Person trotzdem infiziert sein.

Landtag bietet Abgeordneten und Angestellten Test an

Auch der Landtag bietet seinen rund 150 Beschäftigten, den Abgeordneten und Fraktionsmitarbeitern jetzt Tests an - diese werden vom Schweriner Labor MVZ Westmecklenburg durchgeführt. Bei einem Rachenabstrich soll eine Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, mit Bluttests Antikörper gegen das Virus nachzuweisen und so Hinweise auf eine bereits überstandene Erkrankung zu bekommen. Die Teilnahme sei freiwillig, der Anstoß dazu sei in einem Gespräch mit dem Personalrat entstanden, so ein Sprecher der Landtagsverwaltung. Über die Kosten machte die Spitze der Landtagsverwaltung trotz Nachfrage keine Angabe. Noch ist offen, welche Konsequenzen bei einem positiven Befund folgen - möglicherweise müssen dann größere Gruppen in Quarantäne. Erste Ergebnisse sollen am Freitag vorliegen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 13.05.2020 | 05:30 Uhr

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