Feuer im Flüchtlingsheim: Einwohner sehen sich falsch dargestellt

Stand: 24.10.2022 12:38 Uhr

Nach dem Brand einer Flüchtlingsunterkunft in Groß Strömkendorf haben die Einwohner ihr Dorf gegen falsche Darstellungen in einigen Medien in Schutz genommen.

Vier Tage nach der mutmaßlichen Brandstiftung an einer Unterkunft für Flüchtlinge aus der Ukraine in Groß Strömkendorf sind am Sonntag rund 100 Menschen durch den kleinen Ort bei Wismar gezogen. Mit der Aktion wollten sie sich mit den Geflüchteten solidarisieren und sich gegen die ihrer Meinung nach falsche Darstellung in einigen Medien wehren, wonach Groß Strömkendorf ein "Dorf der Schande" sei. Mit entsprechenden Bannern zogen sie zur Ruine des ehemaligen Hotels, in dem bis zum Brand 14 Geflüchtete und drei Betreuer untergebracht waren. In einer Kolumne der 'Bild'-Zeitung hatte der Autor den Ort als "Dorf der Schande" bezeichnet.

Ermittlungsergebnisse erwartet

Die Ursache des Feuers wird noch ermittelt. Am Donnerstag hatten Brandermittler Proben aus der Ruine genommen, die in einem Labor untersucht werden sollten. Die Ermittler nehmen bislang Brandstiftung und einen politischen Hintergrund an, der Staatsschutz ermittelt. Wenige Tage vor dem Feuer waren Hakenkreuz-Schmierereien in der Nähe entdeckt worden. In der Region gibt es seit Wochen aber auch eine nicht aufgeklärte Brandserie, der Strohmieten, Waldflächen und am 10. Oktober noch ein reetgedecktes Haus in Blowatz zum Opfer fielen. 

Feuerwehreinsatz beendet

Der tagelange Feuerwehreinsatz wurde inzwischen beendet. Wie ein Sprecher der Feuerwehr Blowatz, zu der Groß Strömkendorf gehört, am Montag mitteilte, ist die Brandwache an der Ruine am Sonntagabend endgültig eingestellt worden. Die Brandstelle sei so erkaltet, dass die Kameraden abrücken und die Reste des reetgedeckten Ex-Hotels an die Polizei übergeben konnten.

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NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 24.10.2022 | 12:00 Uhr

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