Stand: 13.09.2019 13:40 Uhr

Experte: Lichterscheinung vermutlich Asteroid

Eine ungewöhnliche Lichterscheinung ist am Donnerstagnachmittag am Himmel über Norddeutschland beobachtet worden. Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) bestätigte das Phänomen auf Twitter. Demnach hätten mehr als 100 Personen aus verschiedenen europäischen Ländern einen Feuerball gesehen und einen lauten Knall gehört - viele Sichtungen kamen demnach aus den Niederlanden.

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"Wie ein Energiestrahl aus einer anderen Galaxie"

Auf einer Webseite der International Meteor Organization (IMO) gingen gegen 14.50 Uhr Meldungen über die Erscheinung unter anderem auch aus Broderstorf und Rostock ein. "Es sah aus wie ein Energiestrahl aus einer anderen Galaxie", beschrieb eine Augenzeugin aus dem Nordosten dort die Erscheinung. Ein Rostocker will einen "hellgelben Feuerball mit rötlichen Tönen im Schweif" beobachtet haben. Am Abend wurde auf Twitter ein Bild des Objekts veröffentlicht, das von Holger Scheele auf Rügen aufgenommen wurde. Scheele, der gerade auf der Insel Urlaub macht, fuhr mit seinem Auto gerade von Kap Arkona zurück, als er eine Lichterscheinung über die Straße ziehen sah, wie er NDR 1 Radio MV mitteilte. "Es schoss von links oben durch die Wolken und verglühte dann. Erst habe ich noch gedacht, was war denn das Merkwürdiges, aber meine Beifahrerin sah es auch." Aufgezeichnet wurde das Phänomen von seiner am Auto installierten Dash-Cam.

ESA-Experte vermutet Asteroid

Bei der Polizeieinsatzleitstelle in Rostock meldete sich ein Anrufer, der angab, das Phänomen am Himmel über Parchim gesehen zu haben. Es soll sich in Richtung Schwerin bewegt haben. Auch in Schleswig-Holstein gingen zahlreiche Anrufe und Nachrichten bei der Polizei sowie NDR Schleswig-Holstein ein. Laut der ESA handelte es sich um ein natürliches Objekt, das in die Erdatmosphäre eingetreten und am Himmel verglüht sei. "Es könnte Weltraummüll sein, der verglüht ist. Aber ich vermute, dass es ein Asteroid war, der in die Atmosphäre eingetreten und verglüht ist", sagte der Missionsanalyst der ESA, Rüdiger Jehn, auf Nachfrage von NDR 1 Radio MV.

Schätzung: Ein halber Meter bis ein Meter groß

"Das war schon spektakulär, was die Leute beobachtet haben", so Jehn weiter. Die Größe des Objekts könne er nur schätzen. "Es haben so viele Leute gesehen - auch von ziemlich weit weg -, es könnte zwischen einem halben und einem Meter groß gewesen sein." Aber zur genauen Bestimmung seien weitere Analysen erforderlich.

Experte: Über der Nordsee verglüht

Laut Jehn kommen Objekte dieser Größe mehrmals pro Jahr auf die Erde herunter. Vorhersehbar sei das nicht. "Selbst die größten Teleskope würden das erst ganz kurz vorher sehen." Eine Gefahr für Menschen bestand laut dem Experten nicht: "Objekte dieser Größe richten keinen Schaden an." Jehn geht anhand der bisherigen Meldungen davon aus, dass das Objekt nördlich von Bremen über der Nordsee verglüht ist.

2015 Himmelskörper über Neubrandenburg

Im November 2015 war eine ähnliche Erscheinung am Himmel über Neubrandenburg gesehen worden. Damals hatten mehrere Menschen die Polizei verständigt. Auch die Hubschrauberstaffel der Polizei bestätigte die Erscheinung. Es handelte sich vermutlich um einen Meteoriten.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 13.09.2019 | 05:30 Uhr

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