Stand: 28.08.2019 17:16 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Ex-Pflegeheimleiterin zu Haftstrafe verurteilt

Die frühere Betreiberin zweier Pflegeheime in Krakow am See (Landkreis Rostock) muss für zwei Jahre und vier Monate ins Gefängnis. Das Amtsgericht Güstrow verurteilte die Frau am Mittwoch wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen, Betrugs und Freiheitsberaubung. Der Landkreis Rostock hatte die beiden Heime des Pflegedienstes "Elisa" 2016 geschlossen, weil er die Bewohner gefährdet sah.

"Gruseliger Einblick ins Pflegesystem"

Der Richter sagte in seiner Begründung, dass das Gericht einen "gruseligen Einblick in das deutsche Pflegesystem" bekommen habe. In den Heimen der Angeklagten hätte es keine pflegegerechten Betten gegeben, Bewohner hätten Medikamente bekommen, die ihnen nicht verschrieben wurden. Ein Mann sei die Treppe hinuntergestürzt und wurde zurück ins Bett gelegt, statt ins Krankenhaus gebracht zu werden. Später war er verstorben.

Nebenklägerin bekommt Schmerzensgeld

Die Angeklagte sei als Betreiberin der Pflegeheime dafür verantwortlich, so der Richter. Er verfügte außerdem, dass die 33-Jährige in den kommenden fünf Jahren nicht mehr in der Pflege arbeiten darf und ein Schmerzensgeld in Höhe von 5.000 Euro an die Nebenklägerin zahlen muss. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Weitere Informationen

Urteil zu Krakower Pflegeheimen verschoben

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Der Prozess gegen die ehemalige Leiterin zweier Pflegeheime in Krakow am See wird vertagt. Der Angeklagten werden unter anderem Freiheitsberaubung und Betrug vorgeworfen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 28.08.2019 | 16:00 Uhr

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