Elektronenmikroskopische Aufnahme von Affenpocken-Viren. © RKI/dpa Foto: Andrea Männel/Andrea Schnartendorff

Erster Affenpocken-Fall für MV

Stand: 30.06.2022 15:32 Uhr

Für Mecklenburg-Vorpommern ist ein erster Affenpocken-Fall gemeldet worden. Es handele sich dabei um eine in Berlin festgestellte Infektion bei einem im Nordosten gemeldeten Mann, teilte das Landesamt für Gesundheit und Soziales (LAGuS) mit.

Der Infizierte ist demnach im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte gemeldet, er habe sich vermutlich in Berlin bei einer anderen Person angesteckt, hieß es. Der Fall sei am 24. Juni von dort gemeldet worden. Entscheidend für die Zuordnung der Fälle sei der Ort des ersten Wohnsitzes.

Bislang kanpp 1.000 Fälle in Deutschland

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) gab es zuletzt rund 970 Affenpocken-Fälle in Deutschland. Berlin ist besonders betroffen. Der Rostocker Tropenmediziner Emil Reisinger hatte sich jüngst optimistisch gezeigt, dass die Pandemie in Deutschland schnell wieder eingefangen werden könne. Die Verbreitung erfolge hierzulande nur langsam.

VIDEO: Affenpocken: Wie gefährlich ist das Virus? (4 Min)

Loeffler-Institut: Dauerhaftes Vorkommen in Europa eher unwahrscheinlich

Ein dauerhaftes Vorkommen von Affenpocken in Tieren ist laut Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Europa sehr unwahrscheinlich. Dafür müsste der Erreger von Menschen auf Tiere überspringen und sich in einer Population ausbreiten. Es sei aber fraglich, dass es in Europa Tierspezies gibt, die als geeignete Reservoirwirte infrage kommen, schreibt das für Tiergesundheit zuständige Bundesforschungsinstitut. Dennoch müsse die weitere Entwicklung beobachtet werden.

Affenpocken weniger schwere Erkrankung als Pocken

Affenpocken gelten als weniger schwere Erkrankung im Vergleich mit den seit 1980 als ausgerottet geltenden Pocken. Die Inkubationszeit beträgt laut RKI 5 bis 21 Tage. Die Symptome wie etwa Fieber und Hautausschlag verschwinden gewöhnlich innerhalb weniger Wochen von selbst. Sie können bei einigen Menschen aber zu medizinischen Komplikationen und in sehr seltenen Fällen auch zum Tod führen.

Erreger erstmals 1958 nachgewiesen

Affenpocken sind eine Viruserkrankung. Der Erreger wurde erstmals 1958 in einem dänischen Labor bei Affen nachgewiesen - daher der Name Affenpocken. Fachleute vermuten allerdings, dass der Erreger eigentlich in Hörnchen und Nagetieren zirkuliert. Affen gelten - wie auch der Mensch - als sogenannte Fehlwirte. Affenpocken-Infektionen beim Menschen waren bislang vor allem aus Regionen West- und Zentralafrikas bekannt.

Weitere Informationen
Impfausweis mit dem Schriftzug Affenpocken und eine Impfspritze (Fotomontage). © Imago Foto: Christian Ohde

Affenpocken in Deutschland: Wie gefährlich ist das Virus?

Seit Mai 2022 gibt es in Deutschland immer wieder Fälle von Infektionen mit Affenpocken. Wie wird das Virus übertragen? Gibt es einen Impfstoff? mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 30.06.2022 | 16:00 Uhr

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