Stand: 01.08.2020 06:16 Uhr  - NDR 1 Radio MV

E-Learning und Co.: So sind Schüler sicher im Netz

von Robert Witt

Während der Schulschließungen im Zuge der Corona-Pandemie haben Kinder und Jugendliche einer Studie zu Folge deutlich mehr Zeit in Online-Netzwerken und mit Online-Spielen verbracht als zu anderen Zeiten. Vor dem Schulstart fragen sich viele Eltern: Wie sichere ich Smartphone, Tablet und Co. so ab, dass mein Kind sicher im Netz surfen kann?

Wie surfen Kinder sicher im Internet?

Nordmagazin -

Es gibt diverse Programme, die PC, Tablet und Co. für Kinder sicherer machen und so ungewünschte Inhalte ausblenden. A und O bleibt aber: Vertrauen und ein Medienverständnis der Eltern.

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Kindersuchmaschinen für die Recherche von Hausaufgaben

Google und andere Suchmaschinen liefern eine große Anzahl an Treffern. Darunter verbergen sich möglicherweise aber auch Inhalte, die Kinder und Jugendliche überfordern - wie etwa Fotos von Kriegen oder Katastrophen. "fragFinn" oder "Blinde Kuh" sind speziell für Kinder optimierte Suchmaschinen und dienen als einfacher Einstieg ins Internet. Mit Hilfe sogenannter Router-Blacklisten können Sie zudem bestimmte Webseiten sperren. Ähnlich funktionieren Filter für Webbrowser-Anwendungen. Der Nachteil: Die Listen müssen manuell gepflegt und sollten ständig aktualisiert werden.

Smartphone und Tablet mit Apps sichern

Der Wunsch nach einem eigenen Smartphone ist bei Kindern und Jugendlichen groß. Der schnelle und unkomplizierte Zugang zu Videos und Spielen macht aber auch den Kontakt zu gewaltverherrlichenden oder pornografischen Inhalten einfacher. Apps können hierbei helfen. Auf Android-Smartphones und -Tablets können mehrere Nutzerprofile angelegt werden. Das Hauptprofil mit allen Rechten gehört den Eltern, für die Kinderprofile kann man festlegen, welche Apps verwendet werden können und welche Inhalte durch Altersbeschränkungen verborgen bleiben. Mit der kostenlosen App "Google Family Link" kann das beispielsweise bequem verwaltet werden. Nutzer von iPhone und iPad können unter der Option "Bildschirmzeit" in den Einstellungen bestimmte Funktionen und Apps sperren.

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Kostenlose Spiele oft mit zahlungspflichtigen Bonus-Inhalten

Hinter manchen scheinbar kostenlosen Angeboten verbergen sich Kostenfallen. Schnell ein neues Spiel auf dem Smartphone installiert und los geht's. Kein Problem, das Spiel ist gratis. Dann aber kommt das teure Erwachen auf der Abrechnung. Mit Bonus-Inhalten werben einige Spiele für noch mehr Spaß oder einen schnelleren Spielfortschritt. 30 Drachensteine für 8,99 Euro oder eine neue Rüstung für 5,99 Euro. Überprüfen Sie in den jeweiligen App-Stores, ob diese sogenannten In-App-Käufe für die Kinder und Jugendlichen gesperrt ist.

Mediencoach: Überwachung der falsche Weg

Iren Schulz, Mediencoach bei der Initiative "Schau Hin!" rät davon ab, Kinder mit Hilfe von Standortverfolgung auf Schritt und Tritt zu beobachten. Kontrolle in den sozialen Netzwerken sei ebenfalls der falsche Weg. "Das ist wie Tagebuch lesen und ein Einschnitt in die Privatsphäre der Kinder", so die Erfurterin. Stattdessen sollten Eltern und Kinder gemeinsam die Online-Welt entdecken.

Transparente Regeln im Umgang mit Sozialen Medien

Eltern und Kinder können gemeinsam Profile für die sozialen Medien erstellen - nach klar definierten Regeln. Wenn sie selbst Opfer von Hasskommentaren werden oder mit Fremden in Kontakt kommen, sollten sie sich in solchen Situationen an ihre Eltern wenden können und wissen, wie sie am Besten auf unangemessene Nachrichten reagieren. Dies setze aber auch voraus, dass sich Eltern mit den jeweiligen Plattformen auseinandersetzen, so Schulz weiter.

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Bei Bedenken auch mal „Nein“ sagen

Kompromisse ja, aber bei zu starken Bedenken auch mal nein sagen. Das empfiehlt Schulz den Eltern, die das Gefühl haben, sich vor ihren Kindern rechtfertigen zu müssen. Kinder seien durchaus in der Lage, diese Bedenken und Regeln zu verstehen. Es sei richtig, dass Smartphone und Tablet viele Möglichkeiten zum Austausch und Lernen bieten. Aber sie seien keinesfalls ein Muss in der Schultüte, so die Medienpädagogin weiter.

Weitere Tipps und Hilfen für Familien

Die Initiative "Schau Hin! Was Dein Kind mit Medien macht" hilft Familien bei der Medienerziehung. Sie gibt Eltern und Erziehenden Orientierung in der digitalen Medienwelt und konkrete, alltagstaugliche Tipps, wie sie den Medienkonsum ihrer Kinder kompetent begleiten können.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 01.08.2020 | 19:30 Uhr

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