Ein Fischotter in Nahaufnahme. © NDR

Der Fischotter ist Wildtier des Jahres 2021

Stand: 03.01.2021 07:00 Uhr

Die Deutsche Wildtierstiftung hat den Fischotter zum Wildtier des Jahres ernannt. Das Tier ist vielerorts ausgestorben, beispielsweise in Rheinland-Pfalz. In anderen Regionen gilt der Fischotter als bedrohte Spezies.

Ein großes Gewässer, häufig mit naturnaher Ufervegetation - der Schweriner See ist für den Fischotter der optimale Lebensraum, hier leben gleich mehrere Exemplare. Mecklenburg-Vorpommern sei ohnehin prädestiniert für den Fischotter, weil es so wasserreich und von vielen kleinen Flussläufen gekennzeichnet ist, schwärmt Hilmar Freiherr von Münchhausen. Der Naturschützer ist Geschäftsführer der Deutschen Wildtierstiftung. Ihm imponiert vor allem das Fell des Tiers: "Heute sind wir vor allem fasziniert von diesem Fischotterfell, weil es ihm hilft, sich zu wärmen, wenn er unter Wasser ist. Denn in diesem engen Fellgeflecht da bindet sich die Luft. Er taucht ab und hat wie eine Art kleinen Luftpanzer um sich, der ihn dann wärmt."

Eigenheiten bringen Fischotter in Lebensgefahr

Kaum ein anderes Säugetier verbindet die Elemente Wasser und Land so perfekt wie der Fischotter. Doch das wird ihm oft zum Verhängnis: "Der Fischotter hat eine ganz merkwürdige Eigenheit. Er schwimmt nicht durch Brücken hindurch. Wenn er sich in einem kleinen Fluss befindet und er schwimmt auf eine Brücke zu, dann verlässt er das Wasser und versucht, trockenen Fußes unter dieser Brücke durchzukommen. Gelingt ihm das nicht, nimmt er die Straße und wird oft überfahren."

Wildtierstiftung macht sich für ottergerechte Brücken stark

Auf diese Gefahr will die Deutsche Wildtierstiftung in diesem Jahr besonders aufmerksam machen und sich beispielsweise für ottergerechtere Brücken stark machen: "Man kann unter den Brücken sogenannte Bermen bauen. Das sind so kleine Holzplanken, wo der Otter dann sozusagen trockenen Fußes unter dieser Brücke durchlaufen kann und bei Brückenneubauten sollte man darauf achten, dass man die Pfeiler nicht so weit in das Wasser hineinsetzt sondern dass sich auch unter der Brücke ein Uferstreifen befindet, den er dann nutzen kann."

Naturschutzmaßnahmen sichern Fischotter-Lebensraum

Am Fischotter zeige sich ganz klar, so Hilmar Freiherr von Münchhausen, dass es sich lohnt, in den Naturschutz zu investieren. Renaturierte Flüsse, wieder vernässte Moore und naturbelassene Uferzonen würden dem Fischotter helfen, zu überleben. "Wir sehen, der Fischotter ist immer noch sehr gefährdet, in vielen Regionen vom Aussterben bedroht, aber er breitet sich aus und das ist ein absolutes Hoffnungszeichen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 03.01.2021 | 12:00 Uhr

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