Stand: 14.03.2020 20:28 Uhr

Coronavirus: Zehn-Punkte-Programm soll Verbreitung eindämmen

(v.l.n.r.) Wismars Bürgermeister Klaus Beyer. Landrat Stefan Sternberg, Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Innenminister Lorenz Caffier und Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen bei einer Pressekonferenz. © NDR
Mit einem Maßnahmepaket soll in Mecklenburg-Vorpommern die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamt werden.

Mit einem zehn Punkte umfassenden Maßnahme-
Paket
will die Landesregierung die Ausbreitung des Coronavirus in Mecklenburg-Vorpommern verlangsamen. "Unser Land steht vor großen Herausforderungen und Maßnahmen, die es so noch nicht gab", sagte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) zum Abschluss der Sonderberatungen mit Regierungsvertretern, Infektionsmedizinern und Kommunalvertretern zur Coronakrise am Samstagabend in der Staatskanzlei in Schwerin.

Keine Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern

Einige der zehn Punkte waren bereits im Tagesverlauf angekündigt worden: So bleiben alle Bildungseinrichtungen inklusive Schulen, Kitas und Universitäten bis zum 20. April geschlossen. Zudem sollen weitere Testzentren eingerichtet werden, in denen Abstriche bei Verdachtsfälle genommen werden. Die medizinische Versorgung soll weiter hochgefahren werden. Das Ziel sei eine weitere Verlangsamung der Virusausbreitung. Die Landesregierung untersagt zudem alle Veranstaltungen mit mehr als 50 Teilnehmern. Eine Schließung von Supermärkten werde es aber nicht geben, betonte Schwesig. Sie warnte vor Panikmache. In sozialen Medien würden teilweise haarsträubende Fake-News verbreitet.

Keine Besuche in Altenheimen und Krankenhäusern

In Alten- und Pflegeheimen sowie medizinischen Einrichtungen gibt es ein Besuchsverbot. Alle öffentlichen Einrichtungen wie Museen, Schwimmhallen und Theater werden bis zum 20. April geschlossen. Das erwartet die Landesregierung auch von privaten Betreibern von beispielsweise Kinos, Diskotheken und Schwimmbädern. Auch Verwaltung und Justiz sollen heruntergefahren werden, aber handlungsfähig bleiben. Zudem appelliert die Landesregierung an alle Rückkehrer aus Risikogebieten, freiwillig 14 Tage zu Hause zu bleiben.

Hotlines zu Schul- und Kita-Schließungen in MV

Für dringende Fragen rund um sie Schließung der Schulen ist am Sonnabend, 14. März, von 11 bis 18 Uhr und am Sonntag, 15. März, von 11 bis 16 Uhr eine Hotline im Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur geschaltet:
0385 588 - 7174

Für Fragen rund um die Schließung der Kindertageseinrichtungen ist am Sonnabend, 14. März, bis 18 Uhr, am Sonntag, 15. März, von 11 bis 16 Uhr und ab Montag, 16. März, von 9 bis 18 Uhr eine Hotline im Ministerium für Soziales, Integration und Gleichstellung geschaltet:
0385 588 - 19999

Bürgertelefone zum Coronavirus

Zentrale Hotline des Wirtschafts- und Gesundheitsministeriums:
(0385) 588 - 5888
Mo. bis Do. 9 - 12 Uhr / 13 - 15 Uhr sowie Fr. 9 - 12 Uhr

Hotlines des Sozialministeriums:
(0385) 588 - 1999-7 und (0385) 588 - 19999 für Fragen rund um Krippen, Kindergärten, Horte und Kindertagespflegestellen
(0385) 588 - 19995 und (0385) 588 - 19997 für Fragen zu Pflege- und sozialen Einrichtungen
Mo. - Fr. 9 bis 18 Uhr

Hotline vom Kinderschutzbund für gestresste Eltern:
(0385) 479 - 1570
Mo. - Fr. 14 bis 17 Uhr

Seelsorge-Hotline der Nordkirche für Alte und Kranke:
(0800) 454 0106
täglich 14 bis 18 Uhr

Hotline des Landwirtschaftsministerium:
(0385) 588 - 6599
Mo. - Fr. 8 bis 17 Uhr

Gesundheitsamt Landkreis Mecklenburgische Seenplatte:
(0395) 57087 - 5330

Landkreis Vorpommern-Greifswald:
(03834) 8760 - 2300
Mo. - Fr. 8 - 20 Uhr, Sa. + So. 9 - 12 Uhr

Landkreis Vorpommern-Rügen:
(03831) 357 - 1000
E-Mail: corona-fragen@lk-vr.de

Landkreis Nordwestmecklenburg:
(03841) 3040 - 3000
Mo. bis Do. 9 - 12 Uhr / 13 - 17 Uhr sowie Fr. 9 - 12 Uhr

Landeshauptstadt Schwerin:
(0385) 545 - 3333
Mo. bis Do. 8 - 16 Uhr sowie Fr. 8 - 12 Uhr

Landkreis Rostock:
(03843) 7556 - 9999
Von 7 bis 22 Uhr geschaltet

Landkreis Ludwigslust-Parchim:
(03871) 722 - 8800
Mo. bis Do. 8 -12 Uhr/13 - 16 Uhr sowie Fr. 8 - 13 Uhr, Sa. und So. 9 - 16 Uhr

Krisengremien einberufen, Hilfen für die Wirtschaft

Da die Coronakrise auch an der Wirtschaft nicht spurlos vorbeigehen wird, soll es Hilfen für die Unternehmen geben. Am Montag sind Spitzengespräche mit Wirtschaftsvertretern vereinbart, bei denen Einzelheiten besprochen werden sollen. Unter der Führung der Staatskanzlei wird ein Leitungsstab eingerichtet, der den Verlauf der Krise beobachten und Maßnahmen anregen soll. Der interministerielle Führungsstab, der bei Krisen zusammenkommt, wird ebenfalls am Montag einberufen. Fragen zu den einzelnen Maßnahmen sollen von den verschiedenen Bürger-Hotlines im Land beantwortet werden.

Rostocks OB Madsen: Maßnahmen ernst nehmen

Rostocks Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos) rief dazu auf, die im Land verfügten Maßnahmen zum Schutz vor dem neuartigen Coronavirus ernst zu nehmen, soziale Kontakte zu minimieren und auf strengste Hygiene zu achten. "Es ist wie beim Bowling. Die Kugel rollt, wir sind aber die Kegel. Je enger wir zusammenstehen, desto mehr fallen um", beschrieb der gebürtige Däne die Situation.

Die zehn Punkte im Überblick:

  • medizinische Versorgung hochfahren
  • Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen
  • Schließung aller Bildungseinrichtungen
  • Besuchsverbot für Alten- und Pflegeheime und Krankenhäuser
  • Schließung aller öffentlichen Einrichtungen
  • Appell an Rückkehrer aus Risikogebieten: Bitte 14 Tage zu Hause bleiben
  • Verwaltung und Justiz werden so weit wie möglich heruntergefahren
  • Hilfen für die Wirtschaft
  • Lenkungsstab und interministerieller Führungsstab werden einberufen
  • Nähere Information über die diversen Bürger-Hotlines

Weitere Informationen
Ministerpräsidentin Schwesig © NDR Foto: NDR

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 14.03.2020 | 19:30 Uhr

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