Es wird auf einer Party mit Weißwein angestoßen. © photocase Foto: vanda lay

Corona in MV: Ab Freitag Öffnungen in allen Bereichen

Stand: 09.06.2021 07:37 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern lockert die Corona-bedingten Kontaktbeschränkungen erheblich. Künftig sind private Treffen mit bis zu 30 Personen erlaubt. Das erklärte Ministerpräsidentin Schwesig nach einer Kabinettssitzung.

Das Land Mecklenburg-Vorpommern hat weitere Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen beschlossen. Sie sollen landesweit ab Freitag gelten. Der Landkreis Vorpommern-Greifswald hat die Lockerungen im Freizeit- und Sportbereich vorgezogen. Sie gelten dort schon von heute an. Dafür hat die Verwaltung eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen.

MV hat bundesweit niedrigste Inzidenz

"Der Sommer ist da, Corona geht", sagte Ministerpräsident Manuela Schwesig (SPD) am Dienstag in Schwerin mit Blick auf die aktuelle Inzidenzzahl, die in Mecklenburg-Vorpommern seit einer Woche stabil unter 10 liegt. Deshalb soll mehr möglich sein. Die Kontaktbeschränkungen werden deutlich gelockert. Private Treffen sind von kommendem Freitag (11. Juni) an mit bis zu 30 Menschen möglich, Kinder, Geimpfte und Genesene zählen dabei nicht mit. Bisher durften sich maximal zehn Personen treffen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Mecklenburg-Vorpommern liegt seit Tagen unter zehn. Es ist die niedrigste bundesweit.

Diese Lockerungen gelten von Freitag an

  • private Treffen mit bis zu 30 Menschen möglich (Kinder, Geimpfte und Genesene zählen nicht mit)
  • Familienfeiern in Gaststätten mit bis zu 100 Menschen gestattet, Tanzen erlaubt (Testpflicht)
  • Kinos, Zirkusse, Flohmärkte sowie Schwimm- und Spaßbäder dürfen wieder öffnen (Testpflicht)
  • Abi- und Abschluss-Feiern können innen mit 200 und außen mit 600 Personen stattfinden
  • Besuchsbeschränkungen für Pflegeheime aufgehoben
  • Veranstaltungen im Außenbereich mit bis zu 600 im Innenbereich mit bis zu 200 Personen zulässig (mit Sondergenehmigung drinnen mit bis zu 1.250, draußen mit bis zu 2.500 Besuchern)
  • bei Demonstrationen künftig 400 Personen zugelassen
  • Prostitution mit Auflagen wieder gestattet

 

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Feiern in Gaststätten mit bis zu 100 Menschen erlaubt

In Gaststätten können von Freitag an Familienfeiern mit bis zu 100 Teilnehmern organisiert werden. Tanzen ist dort wieder erlaubt, allerdings gilt eine Testpflicht. Kinos öffnen ebenfalls von Freitag an, allerdings müssen Besucher auch hier einen negativen Corona-Test vorlegen. Sportwettkämpfe sind dann wieder mit Publikum möglich. Messen können wieder öffnen, Zirkusse, Spaß- und Hallenbäder ebenfalls, allerdings auch hier nur mit negativem Corona-Test, wie Gesundheitsminister Harry Glawe (CDU) sagte. Auch Flohmärkte sind wieder gestattet. Alle Erleichterungen sollen gelten, solange die Sieben-Tage-Inzidenz unter 35 bleibt.

Auch Prostitution soll wieder möglich sein

Veranstaltungen im Außenbereich sind von Freitag an mit bis zu 600 Personen zulässig, im Innenbereich mit bis zu 200. Mit einer Sondergenehmigung seien Veranstaltungen drinnen mit bis zu 1.250 Besuchern und draußen mit bis zu 2.500 Besuchern erlaubt, sagte Bildungsministerin Bettina Martin (SPD). Die Corona-Abstände müssten aber eingehalten werden. Bei Demonstrationen sind künftig 400 Personen zugelassen. Wer eine größere Demo plant, müsse dafür eine Genehmigung beantragen, sagte Glawe. Die Prostitution wird auch mit Auflagen wieder gestattet. Dabei habe man sich mit anderen Bundesländern wie Schleswig-Holstein abgesprochen, hieß es. Noch nicht gestattet sind nach Glawes Worten Volksfeste und reine Disko-Veranstaltungen.

Maskenpflicht entfällt für Schüler im Unterricht

Auch die Schüler können aufatmen: Sie müssen im Unterricht von Mittwoch an keine Maske mehr tragen. Die Maskenpflicht gelte damit nur noch in den Gängen, sagte Bildungsministerin Martin. Auf dem Schulhof war sie schon zuvor gestrichen worden. Abschlussfeiern in den Schulen können größer ausfallen als bisher. Innen gilt eine Grenze von maximal 200 Menschen. Zum Schulstart nach den Ferien soll es zunächst groß angelegte Tests geben, um einen normalen Unterricht abzusichern.

Zeitbegrenzung für Besuche in Pflegeheimen aufgehoben

Außerdem hat die Landesregierung die coronabedingten Besuchsbeschränkungen für Pflegeheime aufgehoben. Wie Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) am Dienstag in Schwerin mitteilte, kann jeder Bewohner im Rahmen der üblichen Besuchszeiten wieder uneingeschränkt Besuch sowohl im Gebäude als auch auf den Freiflächen empfangen. Die bis Ende voriger Woche noch geltende Begrenzung auf vier Stunden am Tag sei entfallen. Auch seien Gruppenaktivitäten unter Einhaltung von Schutz- und Hygienemaßnahmen und damit mehr soziale Kontakte wieder möglich. Als Grund für die Lockerungen nannte Drese das inzwischen insgesamt geringe Infektionsgeschehen im Land und die hohe Impfrate in den Senioreneinrichtungen. Wohl in keinem anderen Bereich habe sich der Erfolg der Impfkampagne so stark gezeigt wie im Bereich der vollstationären Pflegeeinrichtungen, sagte sie. Die Strategie, mit ganzer Kraft zuerst Heimbewohner und Betreuungspersonal zu impfen, sei voll aufgegangen. Laut Drese hatten in der ersten Januarwoche 17 Pflegeeinrichtungen im Land mit Infektionen zu kämpfen. Fast 800 Infektionsfälle seien damals aus den Heimen gemeldet worden. Aktuell gebe es noch ein Infektionsgeschehen in einer ambulanten Pflegeeinrichtung. Auf das Testen von Personal und Besuchern könne noch nicht verzichtet werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 09.06.2021 | 07:00 Uhr

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