Stand: 04.03.2019 11:18 Uhr

Backhaus froh über Pläne zum Wolfsabschuss

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Perspektivisch sollte der Wolf ins Jagdrecht aufgenommen werden, so Landwirtschaftsminister Backhaus. (Archivbild)

Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) begrüßt die Entscheidung von Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), den Abschuss von Wölfen zu erleichtern. "Ich bin sehr froh, dass die Bundesumweltministerin meine Hinweise aufgenommen hat", sagte Backhaus NDR 1 Radio MV. Er hoffe jetzt auf ein Einsehen von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, damit das Bundesnaturschutzgesetz schnell geändert werden könne.

Abschuss schon bei "ernsten Schäden"

Demnach sollen Wölfe abgeschossen werden dürfen, wenn sie mehrfach Schutzzäune überwinden oder Menschen zu nahe kommen. Dies soll nach dem Willen der Bundesumweltministerin bereits dann möglich sein, wenn ein Wolf "ernste landwirtschaftliche Schäden" verursacht. Bislang ist in der Rechtsprechung von "erheblichen Schäden" die Rede. In Deutschland wurden im Jahr 2017 nach offiziellen Angaben mehr als 470 Tiere von Wölfen gerissen.

Weidehaltung soll erhalten bleiben

Die Rückkehr des Wolfes sei ein Erfolg des Artenschutzes, so Backhaus: "Auf der anderen Seite wollen wir die Weidehaltung in Mecklenburg-Vorpommern erhalten." Er hoffe damit auch der Landwirtschaft zeigen zu können, dass der Staat handlungsfähig ist und eindeutige Rechtsgrundlagen schafft.

Verhaltensauffällige Wölfe lassen sich identifizieren

Wenn Nutztiere gerissen werden, wisse man, welcher Wolf es war, erläuterte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister: "Wir haben ja von jedem Wolf genetische Proben." Zudem seien die Wölfe relativ standorttreu, so Backhaus weiter: "Wir wissen natürlich auch, wo die Rudel sich aufhalten und in welchen Gebieten sie aktiv sind."

Backhaus plädiert für Aufnahme ins Jagdrecht

Perspektivisch müsse man nach Backhaus' Ansicht zu einer "Bewirtschaftung der Wölfe" kommen und diese ins Jagdrecht aufnehmen: Der Wolf würde dann sofort eine Schonzeit bekommen und es würde eine Quote geben. "Es wird aus meiner Sicht Gebiete geben, wo die Wölfe sich aufhalten dürfen, das sind die Großschutzgebiete wie Nationalparke und Biosphärenreservate, und in anderen Gebieten hat der Wolf dann nichts zu suchen."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 04.03.2019 | 11:00 Uhr

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