Stand: 10.01.2019 15:51 Uhr

Backhaus: Tötung von Wölfen wird erleichtert

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Laut Agrarminister Backhaus sollen auffällige Wölfe bald abgeschossen werden dürfen. (Archivbild)

Auffällige Wölfe sollen in Deutschland bald rechtssicher getötet werden können. Nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) ist bei einem Gespräch am Donnerstag mit Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD), Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) sowie weiteren Landesumweltministern und Naturschutzverbänden eine Einigung über eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes erzielt worden. "Ich hoffe, dass das jetzt zügig umgesetzt wird", sagte Backhaus im Gespräch mit NDR 1 Radio MV.

Abschuss möglich bei "schweren Schäden"

Demnach dürfen einzelne Wölfe und gegebenenfalls auch ganze Rudel getötet werden, wenn durch diese "im juristischen Sinne schwere Schäden" entstehen. Dies gelte für Wölfe, die immer wieder Herden von Nutztieren angreifen oder die Scheu verlieren und sich Menschen in Dörfern häufig nähern. "Wenn die Weidetiere ordnungsgemäß gesichert waren, dürfen diese Wölfe getötet werden", so Backhaus. Die Neuregelung des Gesetzes sei nötig, um Rechtssicherheit zu bekommen, so Backhaus weiter.

Das Wolfs-Comeback in Mecklenburg-Vorpommern

Weidetierhalter hatten neue Regelung gefordert

Mit der Neuregelung kommt die Politik einer Forderung der  Weidetierhalter und des Bauernverbandes entgegen. In Mecklenburg-Vorpommern leben derzeit sechs Wolfsrudel. Im vergangenen Jahr wurden bei 21 Wolfsattacken knapp 120 Schafe, Ziegen und Rinder getötet und mehr als 40 verletzt. Seit 2007 wurden mehr als 400 Nutztiere von Wölfen gerissen. Zuletzt hatte es zudem Berichte über Wolfssichtungen nahe Schwerin und Rostock gegeben. Bislang sind die bekannten Rudel und Einzeltiere im Nordosten laut Expertenmeinung nicht verhaltensauffällig geworden.

Der Wolf ist streng geschützt

Der Wolf ist gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz und der FFH-Richtlinie der EU als Art streng geschützt. Er darf nicht bejagt werden. Eine Ausnahme besteht bisher nur dann, wenn ein Wolf eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit, sprich für den Menschen ist. Aber selbst dann muss genau abgewogen werden, bevor das Tier zum Abschuss freigegeben werden darf. 2016 war in Niedersachsen ein Wolf behördlich zum Abschuss freigegeben und getötet worden, nachdem das Umweltministerium dargelegt hatte, dass allein die Tötung des Wolfes mögliche Gefahren für Menschen verhindern konnte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.01.2019 | 16:00 Uhr

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