Rund 400 Menschen haben in Alt Tellin gegen Massentierhaltung demonstriert. Sie erinnerten an die Brandkatastrophe in der Schweineaufzuchtanlage Alt Tellin (Kreis Vorpommern-Greifswald). © dpa-Bildfunk Foto: Sven-Peter Martens

Alt Tellin: Demo mit 400 Menschen gegen Massentierhaltung

Stand: 28.08.2021 17:15 Uhr

Rund 400 Demonstrierende aus ganz Deutschland sind am Sonnabend nach Alt Tellin bei Jarmen gereist, um gegen Massentierhaltung zu demonstrieren. Dort war im März eine Ferkelaufzuchtanlage abgebrannt.

Mehr als 50.000 Ferkel und Sauen waren bei dem Feuer im Frühjahr verendet. Zum Gedenken haben sich die Demonstrierenden auf einer Ackerfläche vor der abgebrannten Ferkelaufzuchtanlage zu einem großes Kreuz formiert. Ihr Anliegen: Die Brandkatastrophe von Alt Tellin solle sich nicht wiederholen, die Anlage dürfe nie wieder aufgebaut werden. Die Demonstration wurde begleitet von Kultureinlagen wie akrobatischem Theater und verschiedenen Musikeinlagen.

Demonstrierende kritisieren Staatsanwaltschaft und Polizei

Die Landesgeschäftsführerin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Corinna Cwielag, kritisierte bei der Demonstration die Arbeit der Staatsanwaltschaft Stralsund und der Polizei. Die Ermittlungen zur Brandursache würden sich mittlerweile fünf Monate hinziehen, so Cwielag. Der BUND und andere Tierschutzverbände hatten Strafanzeige wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gegen den Betreiber der Anlage und gegen die Genehmigungsbehörden erstattet. Und diese Strafanzeige, so Cwielag, werde erst dann weiterbearbeitet, wenn die Brandursache feststehe. Die Organisatoren der Demonstration haben bereits weitere Protestaktionen angekündigt.

Brandursache und Zukunft des Geländes noch unklar

Fünf Monate nach dem Brand ist zudem noch unklar, was nun am Ortsrand entstehen soll. Ralf Beke-Bramkamp als Sprecher der Landwirtschaftlichen Ferkelzucht Deutschland sagte dazu: "Das kann erst entschieden werden, wenn die Brandursache geklärt ist." Nach Angaben der Staatsanwaltschaft arbeiten Gutachter aktuell noch daran. Wann ein Ergebnis vorliegt, sei unklar. Bisher wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Brandstiftung ermittelt. Auch ein technischer Defekt sei möglich. 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 28.08.2021 | 16:00 Uhr

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