In einem großen Schweinezuchtbetrieb in Alt Tellin (Kreis Vorpommern-Greifswald) ist ein Feuer ausgebrochen. © dpa-Bildfunk Foto: Stefan Sauer

Alt Tellin: Betreiber will Schweinezucht wieder aufbauen

Stand: 21.12.2022 15:13 Uhr

Die Schweinezuchtanlage in Alt Tellin soll wieder aufgebaut werden. Allerdings plant sie der Betreiber kleiner und tierschutzgerechter als den Betrieb, der im März 2021 abgebrannt ist. 

Nach dem Großbrand in der Schweinezuchtanlage in Alt Tellin (Kreis Vorpommern-Greifswald) im Frühjahr 2021 will die Landwirtschaftlichen Ferkelzucht Deutschland (LFD-Holding/Roßdorf) den Betrieb wieder aufbauen. Wie Unternehmenssprecher Ralf Beke-Bramkamp sagte, soll die Ferkelaufzucht in optimierter Form mit weniger Tieren und entsprechend der aktuellen Tierschutzbestimmungen betrieben werden. Vor dem Baustart müsse der Brandschaden jedoch noch mit der Versicherung reguliert werden.

50.000 Schweine verbrannt

Bei dem Großfeuer waren knapp 50.000 Schweine, das Gros davon Ferkel, verendet. Es war laut Tierschutzbund Deutschland einer der größten Stallbrände seit Jahren. Menschen wurden nicht verletzt, nur etwa 1.300 Tiere konnten am 30. März 2021 gerettet werden. Die Brandursache konnte laut Staatsanwaltschaft nicht zweifelsfrei geklärt werden, die Ermittlungen dazu wurden eingestellt. Den Schaden hatten Ermittler auf 40 Millionen Euro geschätzt.

Stromproduktion für Alt Tellin

Die LFD spreche mit dem Dorf auch über die Versorgung von Wohngebäuden mit Strom und Wärme, sagte Beke-Bramkamp. Wegen der gestiegenen Energiekosten plane die LFD außerdem an mehreren Betriebsstandorten größere Photovoltaikanlagen. Landesagrarminister Till Backhaus (SPD) hatte die Brandruine besucht und die Einhaltung der Kontrollpflichten bestätigt. Er hatte veranlasst, dass ein Neubau nur mit Zustimmung der Gemeinde möglich sei.

Grüne gegen Wiederaufbau

Die Grünen im Landtag Mecklenburg-Vorpommerns kritisierten den Wiederaufbau der Schweinezuchtanlage. Bis heute sei die Ursache der Brandkatastrophe ungeklärt, so die Abgeordnete Anne Shepley. Zudem sei unklar, wie der Brandschutz in der neuen Anlage gewährleistet werden könne.

 

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