Stand: 09.09.2020 13:15 Uhr

Airbnb gibt Vermieterdaten an Finanzämter weiter

Ein Schlüsselanhänger mit Schlüssel mit dem Logo der Online-Plattform und dem Community-Marktplatz für Privatunterkünfte, Airbnb. © dpa / picture-alliance Foto: Jens Kalaene
Urlaub in einer Ferienwohnung über Airbnb ist für Reisende oft günstiger als der Aufenthalt in einem Hotel.

Vermieter von Ferienunterkünften in Mecklenburg-Vorpommern, die ihre Unterkünfte bei Airbnb anbieten und die Einnahmen bislang nicht versteuert haben, könnten in den kommenden Tagen unangenehme Post im Briefkasten haben. Denn Hamburg hat kürzlich stellvertretend für alle Bundesländer erstritten, dass die Plattform für Ferienwohnungsvermittlung künftig die Daten aller Vermieter an die Finanzämter weitergeben muss. Das Portal, dessen Europazentrale in Irland ansässig ist, hatte dies bislang abgelehnt.

Etwa 11.000 Ferienwohnungen in Mecklenburg-Vorpommern

Aus Zahlen des Online-Statistikdienstes Airdna geht hervor, dass in Mecklenburg-Vorpommern etwa 11.000 Ferienwohnungen und -häuser über die Internetplattform vermittelt werden. Wie viele Vermieter genau betroffen sind, geht aus den Zahlen jedoch nicht hervor.

Finanzministererium rät zur Selbstanzeige

Vermietern, die ihre Einnahmen aus Vermietungen bislang nicht versteuert haben, rät das Finanzministerium nun zur Selbstanzeige und Steuernachzahlung. Andernfalls müssen die Steuersünder mit empfindlichen Strafen rechnen. Denn Steuerhinterziehung wird mit empfindlichen Geldstrafen und auch Freiheitsstrafen von bis zu fünf Jahren geahndet. In besonders schweren Fällen sind auch Freiheitsstrafen von bis zu zehn Jahren möglich.

Was muss versteuert werden?

Versteuert werden müssen Einnahmen aus der Vermietung von Ferienunterkünften ab einer Höhe von 520 Euro monatlich, wenn das Gesamteinkommen pro Jahr den Freibetrag von gut 9.400 Euro für Singles übersteigt. Geprüft wird dies in Mecklenburg-Vorpommern von der Stabsstelle Steueraufsicht mit Sitz in Schwerin.

Finanzministerium reagiert gespalten

Das Finanzministerium Mecklenburg-Vorpommern kann sich demnach über zusätzliche Steuereinnahmen freuen. Finanzminister Reinhard Meyer (SPD), der gleichzeitig Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) ist, geht es allerdings auch um gleiche Bedingungen für alle Ferienwohnungs-Anbieter. "Bei Airbnb gibt es oft deutlich günstigere Wohnungen - und das ärgert natürlich die gewerblichen Anbieter, die brav ihre Steuern und Abgaben leisten", so Meyer. Gleichzeitig gehe durch die Vermietung von Ferienwohnungen auch Wohnraum verloren, weil diese übers Jahr gerechnet lukrativer ist. Vor allem in den großen Städten, im Nordosten hauptsächlich Rostock, sind solche Plattformen und Modelle bei knappem Wohnraum ein Problem. Dort listet Airbnb für die Hansestadt mehr als 300 Ferienwohnungen auf.

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Ein Schlüsselanhänger mit Schlüssel mit dem Logo der Online-Plattform und dem Community-Marktplatz für Privatunterkünfte, Airbnb. © dpa / picture-alliance Foto: Jens Kalaene

Airbnb muss Daten an Finanzämter weiterleiten

Der Ferienwohnungsvermittler Airbnb muss künftig die Daten aller Vermieter an die Finanzämter melden. Gerichte in Irland haben den Hamburger Steuerbehörden recht gegeben. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.09.2020 | 12:00 Uhr

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