Ein F-35-Kampfjet fliegt in der Luft. © picture alliance / Ritzau Scanpix | Bo Amstrup Foto: Ritzau Scanpix | Bo Amstrup

Air Defender 23: Auch MV und Rostock-Laage betroffen

Stand: 05.04.2023 07:05 Uhr

Vom 12. bis 24. Juni 2023 trainieren Tausende Soldaten unter Führung der Luftwaffe in und über Deutschland: Air Defender 2023 ist nach Bundeswehr-Angaben die größte sogenannte Verlegeübung auch von Luftstreitkräften der NATO seit ihrem Bestehen. Auch Mecklenburg-Vorpommern und der Flughafen Rostock-Laage sind betroffen.

Bei der internationalen Übung geht es in erster Linie um die Verlegung von Luftfahrzeugen und Personal, wie die Bundeswehr am Dienstag in Washington mitteilte. 10.000 Soldaten aus 24 Nationen mit 220 Kampf-, Transport- und Betankungsflugzeuge sind demnach daran beteiligt. Allein 100 dieser Flugzeuge kommen aus 35 US-Bundesstaaten und werden nach Europa entsandt, wie es weiter hieß. Das Szenario: Die rasche Verlegung von Militärmaschinen aus den USA über den Atlantik vor dem Hintergrund eines angenommenen Angriffs auf ein europäisches NATO-Land. Nach Bundeswehr-Angaben wird die Übung bereits seit vier Jahren geplant, sie steht also nicht im Zusammenhang mit dem russischen Überfall auf die Ukraine am 24. Februar 2022.

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Ein Übungsschauplatz im Osten Deutschlands

Die Hauptschauplätze der Übung sind laut Bundeswehr die Flugplätze Schleswig-Jagel, Hohn (beide Schleswig-Holstein), Wunstorf (Niedersachsen) und Lechfeld (Bayern). In diesen Gebieten müssen Anwohner mit deutlich mehr Starts und Landungen rechnen als normalerweise. Aber auch Mecklenburg-Vorpommern ist mit dem Luftwaffen-Standort Rostock-Laage betroffen. Denn es soll drei Übungslufträume geben: im Norden mit Schleswig-Holstein und Niedersachsen, im Süden zwischen Bayern und Rheinland-Pfalz und im Osten zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen - mit Starts von Militärmaschinen vom Luftwaffenstützpunkt Laage.

Luftraum wird stundenweise gesperrt

Während der Übung wird der Luftraum in den Übungsgebieten täglich für einige Stunden gesperrt. Rund um den Flughafen Rostock-Laage gilt das Flugverbot in der Zeit zwischen 8:30 Uhr und 11:30 Uhr Uhr - auch für Drohnen, Segel- und zivile Flugzeuge wie etwa Ferienflieger. Es gibt aber auch Ausnahmen etwa für Rettungshubschrauber. Ob von Rostock-Laage startende Ferienflieger betroffen sind, ist unklar. Der Flughafen teilte auf NDR Anfrage mit, dass man noch keine offizielle Information zur Sperrung des Luftraums während der Übung habe. Die Deutsche Flugsicherung erklärte, dass sie mit "erheblichen Auswirkungen auf zivile Flüge" rechne. Da die Flüge vom Airport in Laage in die Türkei und nach Griechenland aber erst abends starten, geht man am Flughafen davon aus, dass es nach den aktuell bekannten Plänen der NATO zu keinen Ausfällen kommen werde.

Regulärer Übungsbetrieb wird während Übung großteils eingestellt

Der Fluglärm im Nordosten soll sich trotz des großen Umfangs der Übung in Grenzen halten. Zum einen werde versucht, wenig über bebautem Gebiet zu fliegen. Zum anderen würden die regulären Luftwaffen-Übungsflüge während der Übung großteils nicht stattfinden, wie ein Luftwaffen-Sprecher mitteilte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 04.04.2023 | 18:00 Uhr

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