Stand: 03.05.2019 18:35 Uhr

A20 an weiteren Stellen abgesackt

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Im Bereich Speckmoor ist die Fahrbahn in Richtung Stettin um sechs Zentimeter abgesackt.

Auf der Autobahn 20 sind weitere Absenkungen der Fahrbahn festgestellt worden. Sowohl bei Sanitz als auch bei Neubrandenburg soll die Trasse um mehrere Zentimeter abgesackt sein, bestätigte das Verkehrsministerium in Schwerin. Grund dafür sei der trockene Sommer 2018.

Setzungserscheinungen als Ursache ausgemacht

So sollen im Bereich Speckmoor bei Sanitz (Landkreis Rostock) und bei Neubrandenburg durch Bohrungen sogenannte Setzungserscheinungen festgestellt worden sein. Durch die enorme Hitze hätten die unten liegenden Torfschichten Wasser verloren, dann habe der Damm aufgrund des Gewichts nachgegeben, wird das Bundesverkehrsministerium in der "Ostsee-Zeitung" zitiert. Schon jetzt müsse es notwendige Sanierungsarbeiten geben.

Absackungen um bis zu sechs Zentimeter

Im Bereich des Rastplatzes Speckmoor zwischen Tessin und Rostock sei die Fahrbahn in Richtung Stettin um sechs Zentimeter abgesackt, zwischen den Anschlussstellen Neubrandenburg Ost und Friedland stellenweise auf beiden Seiten um fünf Zentimeter. Alle Schadstellen stünden unter Beobachtung und die zulässige Höchstgeschwindigkeit sei auf 130 Kilometer pro Stunde begrenzt worden, hieß es aus dem Landesverkehrsministerium.

Behördenleiter: Keine Ausgleichsmaßnahmen erforderlich

"Das ist absolut im Rahmen und macht noch nicht einmal Ausgleichsmaßnahmen erforderlich", sagte Ronald Normann, Leiter der Autobahnabteilung im Landesamt für Straßenbau und Verkehr. Die Autobahnverwaltung überwache den Bereich bei Neubrandenburg regelmäßig. Für den Abschnitt bei Sanitz ging Normann davon aus, dass das Setzungsverhalten bereits abgeklungen ist. "In diesem Bereich konnten wir zwei aufeinanderfolgende Nullmessungen feststellen."

Verkehrsminister Pegel: Keine Gefahrenlage

Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) gab am Freitag Entwarnung. "Es bestand und besteht keine Gefahrenlage an einem der beiden Streckenabschnitte." Ein Grundbruch wie bei Tribsees sei an keinem der beiden Abschnitte zu erwarten, weil es dort völlig andere geologische Verhältnisse gebe. Die A20 bei Sanitz und bei Neubrandenburg liege auf Torfschichten mit einer Stärke von maximal einem Meter, so Pegel. Der Minister kritisierte die Medienberichterstattung als "unnötige und unbegründete Panikmache". Die Grünen richteten eine umfangreiche Anfrage zum Zustand der A20 an Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU).

Im Herbst 2017 entstand das Loch bei Tribsees

Die A20 ist seit Herbst 2017 unter besonderer Beobachtung, seit sich bei Tribsees ein riesiges Autobahnloch aufgetan hat. Grund dafür waren 15 Meter dicke Moor- und Torfschichten unterhalb der Fahrbahn, die nachgegeben hatten. Die Sanierungskosten für dieses Stück sollen bisher bei rund 160 Millionen Euro liegen. Derzeit fließt der Verkehr über eine Behelfsbrücke.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Der Tag | 03.05.2019 | 15:00 Uhr

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