Das Symbol der Bundesagentur für Arbeit auf einem Smartphone. © imago images / photothek Foto: Thomas Trutschel

Erholung auf dem norddeutschen Arbeitsmarkt setzt sich fort

Stand: 29.07.2021 10:17 Uhr

Gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt in Norddeutschland: In Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg gab es deutlich weniger Arbeitslose als vor einem Jahr.

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist im Juli entgegen saisonüblicher Muster weiter gesunken. Der Statistik der Bundesagentur für Arbeit zufolge waren im Juli bundesweit 2,59 Millionen Menschen ohne Job, 24.000 weniger als im Juni und 320.000 weniger als im Juli 2020. Die Arbeitslosenquote sank auf 5,6 Prozent. Dieser Trend spiegelt sich auch in den Zahlen fast aller Nordländer. Nur in Schleswig-Holstein ist gegenüber dem Juni ein kleiner Anstieg zu verzeichnen. Im Vergleich zum Juli 2020 hat sich die Lage jedoch überall im Norden verbessert.

Niedersachsen: Quote verharrt bei 5,5 Prozent

In Niedersachsen sind derzeit 239.500 Personen ohne Beschäftigung. Die Arbeitslosenzahl sank somit gegenüber dem Juli 2020 um 11,2 Prozent, das entspricht 30.100 Menschen. Im Vergleich zum Juni gab es jedoch nur einen vergleichsweise kleinen Rückgang um ein Prozent. Die Arbeitslosenquote blieb im Vormonatsvergleich konstant bei 5,5 Prozent. Der Ausbildungsmarkt kämpft derweil mit den Folgen der Corona-Krise. Für Unternehmen werde es immer schwieriger, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. "Damit bieten sich Jugendlichen rechnerisch mehr Optionen denn je", sagte Shirin Khabiri-Bohr, stellvertretende Chefin der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen.

Schleswig-Holstein: Quote steigt um 0,1 Prozent

Derzeit sind 89.300 Frauen und Männer in Schleswig-Holstein ohne Beschäftigung, die Arbeitslosenquote liegt nun bei 5,7 Prozent. Im Vorjahresvergleich sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 9.500 oder 9,6 Prozent. Gegenüber dem Juni ist allerdings ein minimaler Anstieg der Arbeitslosenquote zu verzeichnen, nämlich um 0,1 Prozent. "In Schleswig-Holstein ist die jahreszeitlich typische 'Sommerflaute' ausgefallen. So liegt in diesem Jahr der übliche Anstieg der Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vormonat Juni deutlich unter den Werten der Vorjahre", sagte die Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit, Margit Haupt-Koopmann.

Mecklenburg-Vorpommern: 1.400 Arbeitslose weniger als im Juni

Im Nordosten gab es im abgelaufenen Monat 60.200 Arbeitslose, die Quote beträgt 7,3 Prozent. 5.600 Menschen weniger als vor einem Jahr suchen einen Job, auch im Vergleich zum Juni sind es 1.400 Arbeitslose weniger. "In Mecklenburg-Vorpommern setzt sich auch in den Sommerferien die insgesamt positive Entwicklung am Arbeitsmarkt fort. So ist im Juli nicht nur die Zahl der Arbeitslosen im Vormonats- und Vorjahresvergleich deutlich zurückgegangen, auch die Personalnachfrage der Betriebe hat nochmals zugenommen", sagte Regionaldirektionschefin Haupt-Koopmann.

Hamburg: Zehn Prozent weniger Arbeitslose als 2020

"Die leichte Erholung am Hamburger Arbeitsmarkt setzt sich fort, es gibt zehn Prozent weniger Arbeitslose als noch vor einem Jahr", sagte Reinhold Wellen von der Hamburger Arbeitsagentur. Entgegen den Vorjahrestrends gebe es keinen Anstieg der Arbeitslosigkeit in einem Juli. Insgesamt waren in der Hansestadt im abgelaufenen Monat 82.000 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Quote blieb gegenüber dem Vormonat unverändert bei 7,6 Prozent (Juli 2020: 8,5) - absolut gesehen gab es im Vergleich zum Juni 225 Arbeitssuchende weniger. Die Zahl der offenen Stellen nimmt Wellen zufolge kontinuierlich zu und es werden weniger Anträge auf Kurzarbeitergeld gestellt.

 

 

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NDR Info | Aktuell | 29.07.2021 | 10:00 Uhr

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