Stand: 01.07.2020 20:15 Uhr

Corona-Krise sorgt weiter für viele Arbeitslose

Die Corona-Krise hat den Arbeitsmarkt in Norddeutschland auch im Juni weiter stark belastet. Viele Unternehmen setzen zudem auf Kurzarbeit. Immerhin haben in den Tourismus-Regionen von Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein im Vergleich zum Mai dank der Lockerungen wieder mehr Menschen eine Beschäftigung.

Hamburg: Höchster Arbeitslosenstand seit 13 Jahren

In Hamburg waren knapp 87.775 Menschen arbeitslos gemeldet. Das sind rund 23.000 mehr als im Juni vor einem Jahr und rund 3.350 mehr als im Vormonat. Es ist der höchste Stand seit über 13 Jahren, sagte der Chef der Arbeitsagentur Sönke Fock. Immerhin: Seit sich die Corona-Pandemie im März erstmals massiv auf die Wirtschaft ausgewirkt hat, sind die Arbeitslosenzahlen von Monat zu Monat immer langsamer gewachsen und das obwohl im Juni auch noch eine saisonbedingte Komponente dazu kommt. Zu den Sommerferien stellen Unternehmen in der Regel weniger ein. Allerdings suchen Unternehmen in Hamburg noch Auszubildende: Aktuell gibt es mehr als 4.300 freie Plätze.

Arbeitslosenzahlen wegen Corona weiter hoch

Nordmagazin -

Fast 66.000 Arbeitslose gab es im Juni in MV, 20 Prozent mehr als vor einem Jahr. Wie sind die Aussichten? Margit Haupt-Koopmann von der Arbeitsagentur im Gespräch.

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Niedersachsen: Arbeitslosenquote steigt auf 6 Prozent

Die Arbeitslosenzahl in Niedersachsen ist nochmals gestiegen, jedoch deutlich geringer als zuletzt: 264.855 Menschen waren bei den Arbeitsagenturen und Jobcentern arbeitslos gemeldet. Die Zahl der Arbeitslosen stieg zum Vorjahr um 51.966 Menschen an. Das entspricht einem Zuwachs von 24,4 Prozent. Die Arbeitslosenquote liegt bei 6 Prozent. Im Vergleich um Vormonat sind 3.267 Menschen mehr Menschen ohne Arbeit (+1,2 Prozent). "Im Juni konnten mehr Arbeitslose eine Beschäftigung aufnehmen als im Vormonat. Das lässt eine leichte Belebung der Wirtschaft erkennen. Noch immer verlieren jedoch mehr Menschen ihre Beschäftigung, als dass Arbeitslose wieder fündig werden", erklärt Johannes Pfeiffer, Chef der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Bundesagentur für Arbeit. Im Juni wurden 11.400 freie Arbeitsstellen neu gemeldet. Das waren rund 550 Stellen mehr als im Mai. Viele Unternehmen setzen auf das Instrument der Kurzarbeit: Im Juni zeigten weitere 1.836 Betriebe Kurzarbeit an. Dies entspricht maximal rund 24.600 Beschäftigten. Seit März haben damit 79.804 Betriebe für maximal rund 1.130.500 Menschen Kurzarbeit angezeigt.

Schleswig-Holstein: Etwas weniger Arbeitslose als noch im Mai

Die Zahl der Arbeitslosen in Schleswig-Holstein ist - im Vergleich zum Juni des Vorjahres - um 19.600 auf 96.700 angestiegen. Das entspricht einem Plus von 25,5 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 6,1 Prozent, im Juni 2019 lag sie bei 4,9 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat Mai hat sich die Arbeitslosigkeit allerdings um 500 oder 0,5 Prozent verringert. "Der leichte Rückgang der Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vormonat Mai, die weiter gesunkenen Anzeigen von Kurzarbeit und die gleichzeitig angestiegene Personalnachfrage gegenüber dem Vormonat Mai zeigen, dass es im Juni kleine Aufhellungen am Arbeitsmarkt in Schleswig-Holstein gegeben hat. Für diese positiven Impulse ist insbesondere die Tourismus-Wirtschaft verantwortlich, die von den Corona-Lockerungen profitieren konnte", betonte Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesagentur für Arbeit. So seien in den Tourismus-Regionen Nordfriesland und Ostholstein die Arbeitslosenzahlen im Vergleich zum Vormonat Mai überdurchschnittlich zurückgegangen.

Mecklenburg-Vorpommern: Juni profitierte leicht vom Tourismus

Auch in Mecklenburg-Vorpommern konnten die Beschäftigten von den Lockerungen im Tourismus profitieren. Im Vergleich zum Vormonat Mai hat sich die Arbeitslosigkeit um 1.600 oder um 2,4 Prozent verringert. So sei etwa in Vorpommern-Rügen die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat Mai überdurchschnittlich zurückgegangen, berichtete Haupt-Koopmann. Insgesamt ist die Zahl der Arbeitslosen im Vorjahres-Vergleich aber um 11.100 auf 65.900 gestiegen. Das entspricht einem Zuwachs von 20,2 Prozent. Die Arbeitslosenquote beträgt nun 8 Prozent, im Juni 2019 lag sie bei 6,7 Prozent.

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 01.07.2020 | 10:00 Uhr

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