Schiffbau-Zulieferer: Die Zuversicht kehrt zurück

Stand: 07.06.2021 12:52 Uhr

Die Corona-Krise hat auch den deutschen Schiffbau-Zulieferer-Unternehmen zu schaffen gemacht. Im vergangenen Jahr gab es einen deutlichen Einbruch, jetzt ist die Branche aber wieder optimistischer.

Ob Schiffsschrauben, Kabinen für Kreuzfahrtschiffe oder Navigationsanlagen: Rund fünf Prozent weniger Produkte haben die Schiffbau-Zulieferer im vergangenen Jahr geliefert. Der Auftragseingang ist sogar um zehn Prozent gesunken, wie der Branchenverband mit Sitz in Hamburg am Montag mitteilte.

Viele Unternehmen lassen zeitversetzt arbeiten

Hauptgrund für den Umsatzrückgang: Viele Reeder haben sich mit Werften aufgrund der Corona-Pandemie darauf geeinigt, neue Schiffe später abzuliefern. Dazu kommt, dass die meisten Unternehmen ihre Belegschaft - zum Schutz vor Corona - geteilt haben, damit zeitversetzt gearbeitet werden kann. Entlassen worden sind unter dem Strich nur wenige der mehr als 60.000 Beschäftigten.

Deutlich mehr Aufträge

Hauptabnehmer für die Branche ist die EU, dahinter folgt China. Inzwischen gibt es wieder deutlich mehr Aufträge als 2020. Zu schaffen macht den Unternehmen, dass Service-Mitarbeitende in vielen Ländern in Quarantäne müssen, bevor sie auf den Werften arbeiten können. Die Branche fordert deshalb einen international anerkannten digitalen Impfpass.

Rund 400 Unternehmen in der Branche

Die Schiffbau-Zulieferer beschäftigen nach Angaben des Maschinenbauverbandes VDMA mehr als 63.500 Mitarbeiter in rund 400 Unternehmen mit einem Umsatz von mehr als 11 Milliarden Euro. In den meisten Segmenten der Schiffstechnik sieht sich die Branche als weltweiter Marktführer. Der Verband für Schiffbau und Meerestechnik (VSM) hatte für die deutsche Werftindustrie bereits Anfang Mai Bilanz gezogen und von einer dramatischen Lage berichtet.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 07.06.2021 | 13:00 Uhr

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