Corona: Debatte über Personal am AK St. Georg

Stand: 19.12.2020 10:43 Uhr

Die Infektionszahlen steigen und damit auch die Zahl der Corona-Erkrankten, die in Hamburger Krankenhäusern behandelt werden müssen. Eine Pflegekraft hatte im Hamburg Journal auf die hohe Belastung des Personals im AK St. Georg hingewiesen, der Leiter der Intensivabteilung des AK St. Georg wies das zurück.

Auch in Hamburg werden wegen schwerstkranker Corona-Patientinnen und -Patienten die Intensivbetten knapp. "Die Intensivkapazitäten sind komplett ausgeschöpft und es ist jetzt schon so, dass zum Teil nur mit einem Betreuungsschlüssel von 1:5 gearbeitet werden kann", sagte Romana Knezevic, Pflegefachkraft am AK St. Georg, am Donnerstag im Hamburg Journal. Auch Sozialsenatorin Melanie Leonhard äußerte sich besorgt über die steigende Zahl der Corona-Intensivpatientinnen und -patienten. Man sei sehr stark darauf angewiesen, dass die Infektionszahlen schnell sinken, sagte die SPD-Politikerin. Den größten Ansturm auf die Krankenhäuser in Hamburg erwarte sie Mitte Januar. Aber die Reservekapazitäten seien noch nicht mobilisiert, dafür gebe es auch genug Personal.

Melanie Leonhard (SPD) spricht in der Hamburgischen Bürgerschaft. © picture alliance/dpa Foto: Christian Charisius

AUDIO: Leonhard besorgt wegen steigender Zahl von Intensiv-Patienten (5 Min)

Ak St. Georg weist Vorwürfe vom Pflegepersonal zurück

Der Leiter der Intensivabteilung des AK St. Georg, Berthold Bein, hat unterdessen die Beschreibung der Pflegekraft Romana Knezevic der Lage im Klinikum AK St. Georg zurückgewiesen. "Die von ihr erhobenen Vorwürfe bezüglich der Intensivpflege sind nachweislich falsch", sagte Bein im Hamburg Journal. Knezevic arbeite nicht auf einer Intensivstation, sondern auf einer Normalstation.

Der Gesetzgeber habe den Kliniken strenge Personalgrenzen vorgeschrieben. "Diese Personaluntergrenzen halten wir sehr strikt ein in St. Georg. Das wird von der Behörde auch immer wieder überprüft", sagte Bein. Die Pflegefachkräfte betreuten auf den Intensivstationen maximal zwei bis drei Patientinnen und Patienten.

Auslastung in den Kliniken ist hoch

Die Asklepios-Gruppe habe viel Geld in die Hand genommen, um Beatmungsgeräte zu kaufen. "Das heißt konkret: Wir könnten viel mehr Intensivpflegebetten betreiben. Das tun wir aber nicht, weil wir uns an die Pflegepersonaluntergrenzenverordnung strikt halten" so Bein.

Das Reinigen der Beantmungsmaschinen gehöre zu den Aufgaben der Pflegefachkräfte auf der Intensivstation. Sterbepatienten ließe man nicht alleine, betonte Bein. Die derzeitige Auslastung der Klinik sei hoch. "Die Situation ist durchaus angespannt." Das AK St. Georg könne deshalb keine Patientinnen und Patienten mehr von auswärtigen Kliniken übernehmen.

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Ein Arzt in Schutzkleidung behandelt einen Corona-Patienten. © picture alliance / dpa Foto: Kay Nietfeld

Hamburger Intensivstationen: Lage wird angespannter

Viele schwerstkranke Corona-Patienten: Mehrere große Krankenhäuser in Hamburg haben die Kapazitätsgrenze erreicht. (17.12.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

Hamburg Journal | 18.12.2020 | 19:30 Uhr

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