Stand: 11.01.2018 11:40 Uhr

Studie: Hochwassergefahr wird weiter zunehmen

Der Hochwasserschutz muss nach Ansicht von Experten in Deutschland erheblich ausgebaut werden. Ohne verbesserte Deiche, veränderte Baustandards oder die Verlagerung ganzer Siedlungen werde die Zahl der von Hochwasser und Überschwemmungen betroffenen Menschen bis in die 2040er Jahre erheblich steigen, warnen Forscher vom Potsdam-Institut für Klimaforschung (PIK).

Ausschnittaufnahme aus der Vogelperspektive von Hildesheim. Dadrüber liegen grafische Elemente, die Risikozonen in der Stadt farbig markieren. © NDR/SpiegelTV

Hochwasser-Risikozonen

45 Min -

Wie gestalten sich Hochwasser-Gefährdungsklassen? Das Beispiel Hildesheim zeigt, wie nah die Risikozonen beieinander liegen können.

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Düstere Aussichten für Niedersachsen

"Wir beobachten dieser Tage, dass Hochwasser bei uns im Land starke Schäden verursachen kann. Flüsse haben zu wenig Raum und das Wasser wird durch sie wie durch Kanäle gelenkt", erklärte Diana Pretzell, Leiterin Naturschutz Deutschland beim WWF, zu der Studie. Allein in Brandenburg soll nach der Studie die Zahl der Menschen, die von Hochwasserreignissen betroffen sind, in den Jahren 2035 bis 2044 um das Achtfache ansteigen. Am höchsten sei das Risiko in Baden-Württemberg (Anstieg um das Fünfzehnfache) und Niedersachsen (Anstieg um das Zwölffache). Für Deutschland insgesamt könnte die Zahl der Menschen, die von den stärksten Hochwasserereignissen betroffen sind, von 100.000 auf 700.000 steigen.

Schuld ist globale Erwärmung

Außer in Mitteleuropa sei der Anpassungsbedarf in den USA, Teilen Indiens und Afrikas sowie in Indonesien am größten. Grund für das erhöhte Risiko von Überschwemmungen seien veränderte Regenfälle infolge der globalen Erwärmung. Die Wissenschaftler hatten die Entwicklungen von Flüssen auf der ganzen Welt mithilfe von Computersimulationen untersucht. "Wir waren überrascht, dass selbst in hoch entwickelten Ländern mit guter Infrastruktur der Anpassungsbedarf so groß ist", sagte Anders Levermann, Leiter der globalen Anpassungsforschung am PIK.

Höchste Zeit für mehr Hochwasserschutz

Die Problematik werde sich durch Erderwärmung und Starkregenereignisse weiter verschärfen. Flüssen müsse wieder mehr Raum gegeben werden. "Das bedeutet, ursprüngliche Überflutungsgebiete wiederherzustellen, Auen zu renaturieren und Flussbegradigungen zurückzunehmen. Es ist höchste Zeit für mehr ökologischen Hochwasserschutz."

 

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Aktuell | 11.01.2018 | 07:15 Uhr

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