Stand: 24.07.2018 15:57 Uhr

Erster Einsatz: Nienburger helfen in Schweden

Die freiwilligen Feuerwehrleute aus Nienburg hatten ihren ersten Einsatz in Schweden. "Dabei ist uns immer ein schwedischer Feuerwehrmann zugeordnet, um das Team über örtliche Gegebenheiten und Gefahren zu informieren", sagte Einsatzleiter Martin Voß NDR 1 Niedersachsen. Denn die Herausforderung bei dem Einsatz sei enorm. "Wir arbeiten hier mit den Schweden sehr eng zusammen, weil die Taktik doch eine ganz andere ist als das, was wir bei uns in Deutschland kennen. Die Wasserversorgung ist deutlich schwieriger, die Entfernungen sind viel größer und es sind keine Wege im Wald, so wie wir das kennen." In Särna in Mittelschweden brenne eine sehr große Fläche und der Brandherd sei schwer zugänglich. "Man sieht überall den Boden, der abgebrannt ist, und an den Rändern diese Bereiche, in denen der Wald noch brennt", so Voß.

Nienburger kämpfen gegen Brände in Schweden

Können die Flammen besiegt werden?

Etwa 3.000 Hektar Waldfläche stehen in der Region Dalarna derzeit in Flammen. Ob sich die großflächigen Brände eindämmen lassen, hänge vom Wetter und vor allem von den Windverhältnissen in den nächsten Tagen ab. Einsatzleiter Voß ist aber optimistisch, dass sich die Waldbrände schon bald besser kontrollieren lassen. Immerhin seien viele Einsatzkräfte aus anderen europäischen Ländern mit Hubschraubern und Flugzeugen vor Ort.  

Große Dankbarkeit bei den Schweden

Die Dankbarkeit der Schweden über die Hilfe aus Nienburg ist schon jetzt groß: "Wir haben bereits viele erfreute, hilfsbereite und dankbare Leute gesehen, die sich freuen, dass wir da sind." So äußerte sich Bernd Fischer von der Feuerwehr Nienburg gegenüber dem schwedischen Fernsehen. Die 52 freiwilligen Feuerwehrleute waren am Montag in der am stärksten betroffenen Region Dalarna angekommen. "Die Anreise war natürlich sehr beschwerlich", sagte Karl-Heinz Banse, der Präsident des Landesfeuerwehr-Verbandes Niedersachsen, bei NDR 1 Niedersachsen. Die Feuerwehrleute seien über Fehmarn mit der Fähre und dann über die sogenannte Vogelfluglinie bis zu ihrem Einsatzgebiet in Schweden gelangt. "Das war natürlich sehr anstrengend, aber es geht den Kameraden wirklich sehr gut und sie sind dort auch sehr gut von der Bevölkerung aufgenommen worden", so Banse.

Sieben Tage lang im Einsatz

Nach der Ankunft am Montagmorgen war den Nienburgern eine kurze Pause verordnet worden. "Die Feuerwehrleute sind knapp 36 Stunden unterwegs gewesen und müssen sich erst mal kurz ausruhen, bevor es losgeht", sagte eine Sprecherin des Ministeriums am Montagmittag. Nun sollen die Feuerwehrleute zunächst sieben Tage lang helfen, die verheerenden Waldbrände in Schweden zu bekämpfen, die seit Tagen auf einer Fläche von mehr als 200 Quadratkilometern wüten. In Teilen des Landes sind die Brände so heftig, dass selbst die Feuerwehr inzwischen einige Gebiete meiden muss. Wegen akuter Gefahr waren auch die Feuerwehrleute aus dem Landkreis Nienburg umgeleitet worden. Ihr genauer Einsatzort sollte Älvdalen sein - dort hat sich die Lage nach Angaben des niedersächsischen Innenministeriums jedoch so verschärft, dass Einsatzkräfte in Sicherheit gebracht werden mussten. Die Nienburger sind deshalb nun rund 80 Kilometer entfernt bei Särna im Einsatz.

Eine Woche Einsatz mit neun Löschfahrzeugen

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Mit neun Löschfahrzeugen wollen Nienburger Feuerwehrleute in Schweden helfen.

Die Kosten für den Einsatz der niedersächsischen Feuerwehrleute in Schweden übernimmt zunächst der Bund. "Ob das Auswärtige Amt oder das Innenministerium für die Kostenübernahme zuständig ist, wird derzeit geprüft", sagte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums. Der Bund hatte von den Ländern Amtshilfe angefordert, nachdem Schweden die EU um Hilfe gebeten hatte. Die Nienburger hatten sich am Sonnabend mit neun Löschfahrzeugen auf den Weg gemacht. Die Einheit sei so ausgerüstet, dass sie 96 Stunden autark auch mit Verpflegung versorgt ist, teilte der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) mit. Ob es für die Nienburger bei den geplanten sieben Tagen bleibt, ist allerdings noch unklar. "Es ist leider zu erwarten, dass der Einsatz länger dauern wird als die vorerst geplanten sieben Tage", sagte DFV-Präsident Hartmut Ziebs. "Die Wetterlage soll sich wieder verschärfen, sodass die Brandgefahr weiter steigen soll."

Genügend Feuerwehrleute sind noch hier

Der Brandschutz in Niedersachsen sei durch die Entsendung der Einheiten nicht gefährdet. "Mit mehr als 124.000 ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und -männern und den hauptamtlichen Kräften der Berufs- und Werksfeuerwehren in Niedersachsen wird der Brandschutz auch weiterhin sichergestellt", sagte Niedersachsens Landesbranddirektor Jörg Schallhorn.

Weitere Informationen

Niedersachsens Feuerwehren helfen in Schweden

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Hannover | 24.07.2018 | 15:30 Uhr

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