Wolf Biermann singt und spricht beim Festakt zur Übergabe des Archivs des Liedermachers und Dichters Wolf Biermann an die Staatsbibliothek zu Berlin. © picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka Foto: Bernd von Jutrczenka

Feierliche Übergabe des Archivs von Liedermacher Wolf Biermann

Stand: 13.07.2021 16:09 Uhr

Archiv und Tagebücher des Liedermachers und Lyrikers Wolf Biermann gehen heute in den Bestand der Berliner Staatsbibliothek über.

Mit einer feierlichen Übergabe, an der unter anderen Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Hermann Parzinger - Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz - und Markus Hilgert - Generalsekretär der Kulturstiftung der Länder - teilnahmen, wurden das private und berufliche Archiv, sowie die persönlichen Tagebücher von Wolf Biermann an die Staatsbibliothek Berlin überreicht. Auch der 84-jährige Lyriker und Liedermacher selbst war dabei.

Monika Grütters (r, CDU), Staatsministerin für Kultur und Medien, begrüßt Wolf Biermann beim Festakt zur Übergabe des Archivs des Liedermachers und Dichters Wolf Biermann an die Staatsbibliothek zu Berlin. © picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka Foto: Bernd von Jutrczenka
Ein großes Hallo: Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, begrüßt Wolf Biermann.

Grütters würdigte das umfangreiche Konvolut als "einmaliges Zeugnis" deutsch-deutscher Zeitgeschichte: "Wolf Biermanns Vita und Werk machen sichtbar, was es für Künstler bedeutet, in einer Diktatur zu leben. Sie zeigen, welche hohen Güter die Freiheit der Kunst, die Freiheit der Meinung, die Freiheit des Wortes sind - und dass es immer wieder Mut braucht, sie einzufordern."

"Eine der wichtigsten politischen Stimmen des Widerstands in der DDR."

Der in Hamburg geborene Biermann ist bekannt für seine politischen Lieder und Essays. In seiner Lyrik beschäftigt er sich unter anderem mit der DDR, dem Holocaust, dem Exil und der Globalisierung. Mit 16 Jahren ging er aus politischer Überzeugung in die DDR. Ende 1965 bekam er dort wegen seiner kritischen Lieder und Gedichte Auftritts- und Publikationsverbot. 1976 wurde er nach einem Konzert in Köln aus der DDR ausgebürgert, worauf man in Ost- und Westdeutschland mit breiten Protesten reagierte.

Wolf Biermann wurde mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet. Heute lebt er wieder in Hamburg. Mit der Übergabe seines Archivs und seiner rund 200 Tagebücher an die Staatsbibliothek Berlin finden sich diese in der größten wissenschaftlichen Universalbibliothek im deutschsprachigen Raum wieder. In ihren Regalen und Archiven liegen rund 25 Millionen Bücher, ein Tonarchiv beginnend in den 60er-Jahren, Medien und Objekte, darunter die originalen Partituren von Beethovens Neunter Sinfonie, von Mozarts großen Opern, wie die "Zauberflöte" und 80 Prozent von Bachs Handschriften, darunter die Passionen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Matinee | 13.07.2021 | 12:20 Uhr

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