Stand: 04.03.2020 16:50 Uhr

Sängerin Alli Neumann geht auf Solo-Tournee

von Ocke Bandixen

Viele, die das erste Mal Musik von Alli Neumann hören, fühlen sich an Nina Hagen oder Ideal erinnert. Dabei dreht die junge Sängerin ihr ganz eigenes musikalisches Ding. In Nordfriesland ist sie aufgewachsen, in Hamburg lebt sie nun. Und jetzt geht sie das erste Mal auf Solo-Tournee.

Sängerin Alli Neumann bei der Verleihung des Preises für Popkultur 2019 im Tempodrom © picture alliance/Geisler-Fotopress Foto: Matthias Wehnert/Geisler-Fotopress
Sängerin Alli Neumann kommt 1998 in einem kleinen Ort in Nordfriesland zur Welt.

Diese Frau hält niemand auf. Alli Neumann hat keine Angst: vor Vergleichen nicht, vor dem Spielen nicht und vor dem Rausgehen schon mal gar nicht. Die Musik ist auf ihrer Seite. "Ich will Musik machen seit ich zwölf Jahre alt bin. Es hat gedauert, bis ich eine Sprache gefunden habe und ich selber sein konnte", sagt die junge Sängerin.

Alli Neumann ist in einem kleinen Ort in Nordfriesland mit mehreren Geschwistern großgeworden. Einige Jahre lebte sie in Polen, wo ihre Mutter herkommt. Sie hat viel probiert, um herauszufinden was musikalisch und textlich passt und wie man Lieder schreibt.

Konzerte mit AnnenMayKantereit und Max Herre

Bei allem Spaß am Bunten und Grellen - die Lieder von Alli Neumann sprechen eine ernstere Sprache: Sie erzählen von Schmerz und Sehnsüchten sowie von Angst. Alli Neumann hat keine Furcht mehr davor, über die Angst zu singen. "Und dann hau ich auf den Tisch und denke, mit dem Lied ändere ich die Welt. Oder es ist ein Verarbeitungsprozess der Sachen, die mich stören", erklärt sie.

Im NDR Late-Night-Talk Inas Nacht wurde sie schon gefeiert. Auf dem Reeperbahnfestival hat sie die Shows für AnnenMayKantereit eröffnet, hat in Songs von Trettmann und Max Herre mitgewirkt. Und jetzt geht sie auf Solo-Tournee. Sie genießt es, wenn sie nach den Konzerten Menschen ansprechen und erklären, dass ihnen die Texte geholfen hätten: "Das sind die schönsten Momente nach einem Konzert", freut sich Neumann.

Schauspielerfahrung im Film "Wach"

Auch als Schauspielerin hat sie mehr als nur ein eingeweihtes Publikum beeindruckt. Im Film "Wach" - einem neonhellen, schlaflosen Trip zweier junger Frauen, clipartig, ohne Rast - wirkt sie ebenso unmittelbar wie in ihrer Musik. Das Spielen vor der Kamera sei für sie geradezu eine Erholung. "Das ist eine tolle Abwechslung. Du vertraust dem Regisseur, und wenn diese Person sagt, es ist gut, dann hast du Feierabend. Und das ist der beste Ausgleich."

Die nächsten Lieder sind geschrieben, einige werden schon auf der Tournee ausprobiert. Wie man ihre Musik bezeichnet, ist ihr dabei nicht ganz so wichtig. "Indiepop ist okay", so die Sängerin. Nichts ist so egal wie die Schublade, in die man hineingezwängt werden könnte: "Du kannst auch Garagen-Pop sagen oder Alternativ-Pop - ist mir eigentlich egal."

Dieses Thema im Programm:

NDR Info | 05.03.2020 | 15:55 Uhr

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