Händels Oper "Amadigi di Gaula" im Videostream

Stand: 22.02.2021 12:44 Uhr

Im Zentrum der Oper "Amadigi di Gaula", die auf einem Thema von Houdar de la Motte beruht, steht das Liebespaar Oriana und Amadigi. Händel schöpft aus der ganzen Fülle seiner musikalischen Affekte, um Verzweiflung, Wut und Sehnsucht seiner Figuren auszudrücken.

"Amadigi di Gaula" - 2. Akt
"Amadigi di Gaula" - 3. Akt

Der Komponist war deutscher Herkunft, das Libretto italienisch und das Publikum der Uraufführung englisch - im Barockzeitalter war eine solche Vielfalt durchaus üblich. Der Oper "Amadigi di Gaula", die Georg Friedrich Händel in den ersten Jahren seines London-Aufenthaltes schrieb und die am 25. Mai 1715 im King's Theatre uraufgeführt wurde, ist bis heute allerdings kein so großer Erfolg beschieden wie etwa "Rinaldo" oder "Radamisto". Dabei ist sie wegen ihrer ungewöhnlich kleinen Sängerbesetzung weit einfacher zu produzieren als viele andere Händel-Opern.

Der Stoff geht zurück auf den spätmittelalterlichen Ritterroman "Amadis de Gaula", der äußerst populär war und zahlreiche Nachfolger in ganz Europa hatte. Händels Opernlibretto beruht auf einem Sujet des französischen Dichters von Houdar de la Motte. Im Mittelpunkt steht das Liebespaar Oriana und Amadigi; ihnen sind Amadigis Konkurrent Dardano, der ebenfalls um Oriana wirbt, und die Zauberin Melissa gegenübergestellt. Dass Melissa wiederum um Amadigis Aufmerksamkeit kämpft, erhöht die Spannungen unter den vier Protagonisten. Händel schöpft aus der ganzen Fülle der musikalischen Affekte, um Verzweiflung, Wut und Sehnsucht seiner Figuren auszudrücken.

Bei ihrer Göttinger Inszenierung setzte die Ballettexpertin Sigrid t’Hooft 2012 auf Bilder des 18. Jahrhunderts, farbenprächtige Barockkostüme und die streng reglementierte barocke Gestik. Publikum und Kritik feierten vor allem die die französische Sopranistin Judith Gauthier als Zauberin Melissa.

Programm

Oper in drei Akten, szenische Aufführung in italienischer Sprache

Regie: Sigrid t’Hooft
Amadigi: Mareike Braun, Mezzosopran
Oriana: Stefanie True, Sopran
Melissa: Judith Gauthier, Sopran
Dardano: Markéta Cukrová, Mezzosopran
Orgando: Johanna Neß, Sopran
Corpo Barocco, Tanz
FestspielOrchester Göttingen
Bühnenbild/Kostüme: Stephan Dietrich
Licht: Heinz Kasper
Regie/Choreografie: Sigrid T´Hooft
Ltg.: Andrew Parrott

Weitere Informationen
Ulrike Schneider in der Hauptrolle in der Oper "Agrippina" bei den Internationaelen Händel-Festspielen Göttingen 2015. © Theodoro da Silva Foto: Theodoro da Silva

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | 23.02.2021 | 06:00 Uhr

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