Fury in the Slaughterhouse auf der Bühne: Der Sänger Kai Wingenfelder (l) und der Gitarrist Thorsten Wingenfelder bei einem Autokonzert der Band Fury in the Slaughterhouse im Rahmen des Veranstaltungsformats «AutoKultur» auf dem Schützenplatz © Lucas Bäuml/dpa-Bildfunk

Das alte Fury-Feuer ist mit neuem Album entfacht

Stand: 28.04.2021 12:18 Uhr

Dass Fury in the Slaughterhouse noch mal ein gemeinsames Album machen würden, war lange nicht sicher. Das brandneue Studioalbum "Now" zeigt: Das Fury-Feuer brennt noch!

von Ocke Bandixen, Uli Kniep

Die Mitglieder der Gruppe aus Hannover hatten sich nach großem Erfolg in den 90er-Jahren und kräfteraubenden Tourneen entzweit, viele haben seitdem Solo-Projekte verfolgt. Das erste gemeinsame Album seit 13 Jahren zeigt: Der Klang ist erkennbar, das ist Fury. Sofort ist das alte Gefühl wieder da.

Fury in the Slaughterhouse auf der Bühne: Der Sänger Kai Wingenfelder (l) und der Gitarrist Thorsten Wingenfelder bei einem Autokonzert der Band Fury in the Slaughterhouse im Rahmen des Veranstaltungsformats «AutoKultur» auf dem Schützenplatz © Lucas Bäuml/dpa-Bildfunk
AUDIO: Fury in the Slaughterhouse melden sich mit neuem Album zurück (4 Min)

"Die letzte Veröffentlichung ist 13 Jahre her. Auf der "Best-of-30 Jahre" hatten wir nur einzelne neue Songs. Obwohl wir da schon gemerkt haben: Wenn wir sechs zusammen in einem Raum Musik machen, dann klingt das schon einfach nach Fury", erzählt Gitarrist Christoph Stein-Schneider. Er ist heilfroh, dass das wieder geht. Obwohl er auch die Pause der Band, die - von einigen Konzerten der Band abgesehen - 13 Jahre dauerte, für richtig hält.

Vertrauter Sound von Kai Wingenfelder auf Album "Now"

ai Wingenfelder, Sänger und Songschreiber der deutschen Rockband Fury in the Slaughterhouse, bei den Proben zum aufgenommen während eines Fototermins am Rande von Proben. © Moritz Frankenberg/dpa-Bildfunk Foto: Moritz Frankenberg
Präsent: Die Stimme von Kai Wingenfelder, Sänger und Songschreiber der Band.

"Natürlich gab es Zoff damals, 2008, als wir aufgehört haben. Aber es war ja gut, dass wir aufgehört haben, denn wenn wir weitergemacht hätten, wären wir keine Freunde mehr", ist Stein-Schneider sich sicher. Es ist sofort wieder die Reibung da, die das Fury-Feuer entfacht. Die energetischen Gitarren, die Stimme von Kai Wingenfelder. Man glaubt, die Songs schon zu kennen, wird dann aber doch immer wieder überrascht, wo die einzelnen Lieder hingehen.

Christof Stein-Schneider erzählt vom Spaß, den die Musiker beim Finden und Versuchen, beim Zusammenfügen ihrer Stärken hatten. Alte Eitelkeiten und Empfindlichkeiten wurden beiseite geschoben. Für Solo-Projekte und Selbstverwirklichung hatten alle zwischendurch genug Zeit: "Jeder hat seinen eigenen Quatsch gemacht und jetzt können wir wunderbar wieder zusammenspielen und wissen, es zu genießen".

Fans halten der Band Treue - vor allem in Hannover

"Fury in the Slaughterhouse" hatten in den vergangenen Jahren immer mal einige Konzerte zusammen gespielt, vor allem in Hannover. Diese waren immer blitzschnell ausverkauft gewesen. Die Euphorie und der Zuspruch der Fans, die Fury auch in den Jahren des Streits die Treue gehalten hatten, erstaunen Christof Stein-Schneider auch heute noch: "Als wir diese Konzerte gemacht haben, da wurde klar, was für eine Freude wir den Leuten bereiten. Und da war klar, dass wir nicht wegen irgendeinem Kleinscheiß wieder aufhören können".

Die schnellen Fury-Rocksongs überwiegen

Die neuen Lieder stehen fest in der Gegenwart - aber ein Blick über die Schulter ist schon dabei. 1995 beschreibt den mörderischen Rock'n'Roll-Zirkus von Auftritten, Erwartungen und Geld, zu dem Fury auch gehört hatte, als sie zum Beispiel durch die USA tourten.

Bei aller Reflektion: Viel Zeit zum Innehalten bietet das neue Album nicht, die schnellen Rocksongs überwiegen. Das macht Lust auf Konzerte, die die Band auch schon planen. Aber klar, im Moment ist das nicht ganz so einfach. Die Formel von Fury - erklärt von Gitarrist Christof Stein-Schneider: die große Tour im nächsten Jahr, in diesem ein paar Strandkorb-Konzerte. Aber keine mehr vor Autos wie im letzten Jahr - "das war schon komisch, wenn man vor Blech spielt und nicht vor echten Menschen".

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Dieses Thema im Programm:

NDR Info | Kultur | 28.04.2021 | 07:55 Uhr

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