Stand: 01.07.2020 10:32 Uhr  - NDR Kultur

Hamburgs Bühnen öffnen wieder

von Marcus Stäbler

Am Montag hat der Hamburger Senat weitere Lockerungen der Corona-Regeln bekannt gegeben. Ab dem 1. Juli dürfen Theater, Opern und Konzerthäuser wieder öffnen. Unter bestimmten Bedingungen sind unter freiem Himmel Veranstaltungen mit einer Teilnehmerzahl bis zu 1.000 Personen erlaubt.

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Amelie Deuflhard, Intendantin der Kulturfabrik Kampnagel, zeigt Verständnis für die Auflagen.

Die Häuser der Bühnenkunst dürfen ab dem 1. Juli im Prinzip wieder öffnen, doch natürlich müssen die Veranstalter strenge Auflagen einhalten. "Zwar dürfen wir theoretisch bis zu 1.000 Menschen versammeln, aber wir müssen 1,5 Meter Abstand wahren, so dass ein durchschnittliches Theater maximal ein Viertel der Zuschauer aufnehmen kann", sagt die Kampnagel-Intendantin Amelie Deuflhardt. Die Intendantin begrüßt die schrittweise Öffnung und hält die Auflagen für richtig. "Das sind eben die derzeitigen Bedingungen, unter denen Bühnenkunst wieder stattfinden kann."

Thalia Theater verkauft 30 Prozent der Plätze

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Im Hamburger Thalia Theater dürfen die Schauspieler wieder auf die Bühne (Szene aus "Die Katze und der General" vor der Corona-Krise).

Der Intendant des Thalia Theaters, Joachim Lux, freut sich ebenfalls wieder öffnen zu dürfen: ."Das ist ein sehr, sehr wichtiger Schritt für die Kultur in unserer Stadt, entspricht aber auch den Bedürfnissen der Menschen, die ihr Bedürfnis nach Kultur mit ihren Sicherheitsbedürfnissen abwägen." Lux hält das eher vorsichtige Tempo der Öffnung für angebracht: "Sonst werden wir irgendwann mit Fleischfabriken verglichen, die gerade schließen, und das ist noch viel schädlicher." Das Thalia Theater verkauft erst einmal etwa 30 Prozent seiner Plätze für die kommende Spielzeit. "Natürlich hoffen wir, dass die allgemeine Lage es ermöglicht, dass wir nach dem Sommer vielleicht noch einen Schritt weiter gehen.

Auch kleine Theater können spielen

In den großen Räumen auf Kampnagel oder im Thalia Theater ist mit Abstandsregeln immerhin Platz für einige Hundert Besucherinnen und Besucher, doch kleinere Häuser wie das Allee Theater in Altona dürfen sehr viel weniger Zuschauer einlassen. Trotzdem sorgt die Perspektive zur neuen Saison wieder Opern und Kindertheater präsentieren zu können im Allee Theater für gute Stimmung. "Unsere Künstler freuen sich wie Bolle", sagt Intendant Marius Adam.

Konzerte: Veranstalter sind kritisch

Etwas zurückhaltender reagiert die Konzertwirtschaft auf die neue Verordnung des Hamburger Senats. "Für Veranstalter, die Veranstaltungen durchführen wollen, mit denen sie zumindest ihre Kosten erwirtschaften können und bestenfalls einen Gewinn erzielen wollen, ist das nicht als Neustart zu bezeichnen", betont Jens Michow, der Präsident und Geschäftsführer vom Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft. Wenn nur rund ein Drittel der Plätze verkauft werden könne und die Kosten für die Hallenmiete, das Servicepersonal und die Künstler trotzdem gleich bleiben, entstehe ein finanzieller Verlust. Für die Planung von Tourneen seien außerdem die von Bundesland zu Bundesland abweichenden Regeln ein Problem.

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch in den Tag | 01.07.2020 | 09:20 Uhr