Stand: 16.09.2020 14:40 Uhr

CHORona-Hilfe für Chöre in Hamburg

von Marcus Stäbler

"Singen braucht Raum", sagt ein junges Mädchen im aktuellen Video des Chorverbands Hamburg. "Hamburgs Chöre brauchen Raum" lautet eine Facebook-Aktion vom Chorportal Hamburg. Zwei Slogans, eine Botschaft: Mit der in Hamburg grundsätzlich geltenden Abstandsregel von 2,50 Meter beim Singen haben viele Chöre ein akutes Platzproblem - weil ihre Räume zu klein sind, um mit allen zu proben.

Zur Lösung dieses Problems hat die Hamburger Kulturbehörde jetzt ein Hilfsprogramm aufgelegt. Dieses Programm mit dem Titel "CHORona-Hilfe" fährt zweigleisig, wie Kultursenator Carsten Brosda erklärt: "Weil wir einmal bei der Suche nach geeigneten Probenräumen mithelfen, mitsuchen, unterstützen wollen, und zum zweiten auch dabei helfen, die höheren Kosten für diese Räume zu tragen."

Chorproben sind durch das Platzproblem stark beeinträchtigt

Ein Chor probt während der Corona-Krise im Freien auf einem Schulhof. © NDR Foto: Marcus Stäbler
Die Möglichkeit, einfach an der frischen Luft zu proben, wird es für die Chöre zum Herbst hin nicht mehr geben.

Ansprechpartner für beide Wege der Unterstützung ist der Landesmusikrat Hamburg. Auf dessen Website ist ab heute ein eigener Bereich für die CHORona-Hilfe freigeschaltet, sagt Thomas Prisching, Geschäftsführer des Landesmusikrats: "Es wird einen Info-Text dazu geben. Und dann kann man sich eben entscheiden: Habe ich schon einen Probenraum, der ausreichen würde und brauche ich Unterstützung, um diese Differenz erstattet zu bekommen? Oder suche ich noch einen Proberaum?

Mehrkostenzuschüsse und Hilfe bei der Raumsuche

Der Landesmusikrat sammelt also Angebote für mögliche Probenräume und bittet dafür auch Privatpersonen, Vereine und sonstige Institutionen um Kontaktaufnahme, um diese Räume an Chöre zu vermitteln. Und er nimmt Anträge für Kostenzuschüsse entgegen. Bis zu 300 Euro pro Monat können Laienchöre bekommen, wenn sie durch die Corona-Umstellungen höhere Raumkosten hatten oder haben.

Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien in Hamburg, im Porträt. © picture alliance/dpa Foto: Felix König
Der Senator für Kultur und Medien in Hamburg Carsten Brosda (SPD) möchte den Hamburger Laienchören helfen.

Diese Zuschüsse können schon rückwirkend für die Zeit ab 1. Juli und bis Ende des Jahres beantragt werden - vorausgesetzt, der Chor erfüllt die folgenden Kriterien: "Dass man mehr als zehn Personen hat, dass man regelmäßig probt, dass man von Januar bis März bereits geprobt hat und das nachweisen kann", erklärt Thomas Prisching.

Und dass der Chor in Hamburg ansässig ist. Insgesamt 50.000 Euro stellt Kultursenator Carsten Brosda für die Hilfsaktion zur Verfügung, was für die große Chorszene in Hamburg eher knapp gerechnet scheint. "Wir sind aber schon dabei zu gucken, ob das Geld reicht", sagt Kultursenator Brosda. "Und wenn es nicht reicht, werden wir uns sicherlich in die Lage versetzen, aufstocken zu können."

Weitere Informationen
Der Knabenchor Hannover © NDR

Schwierige Lage für Knabenchöre in Corona-Zeiten

Die bundesweite Lage für Knabenchöre hat sich leicht verbessert, weil wieder Proben möglich sind. Aber die Situation bleibt kritisch, auch in Norddeutschland. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 16.09.2020 | 14:40 Uhr

Mehr Kultur

Besucherinnen und Besucher auf Kampnagel © Kampnagel Foto: Anja Beutler

Sommerfestival auf Kampnagel beginnt: Buddenbrooks im Club

Es ist die zweite Ausgabe des Sommerfestivals in Corona-Zeiten. Das Programm ist wieder bunt. Ein Probenbesuch und Ausblick. mehr