Stand: 04.11.2019 19:08 Uhr

Alles nur geklaut? Zur Rolle der Museen in der DDR

Auch 30 Jahre nach der Grenzöffnung gibt es noch viele unerzählte Geschichten. Dazu gehört auch, wie staatliche Behörden in der ehemaligen DDR unrechtmäßig Kunst- und Kulturgut an sich gezogen haben. Jetzt lädt der NDR gemeinsam mit den Staatlichen Schlössern, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern (SSGK) / Staatliches Museum Schwerin ein zu der Podiumsdiskussion "Museumsdetektive - Alles nur geklaut? Zur Rolle der Museen in der DDR". Die Veranstaltung im Staatlichen Museum Schwerin beginnt am Mittwoch, 6. November, um 18 Uhr.

Eine Briefmarke aus der DDR mit dem Porträt Otto Nagels. © NDR/Kulturjournal

Wie Kunst in der DDR zu Volkseigentum wurde

Kulturjournal -

Otto Nagel war in der DDR ein geschätzter Künstler. Nach seinem Tod 1967 wurde den Erben der Nachlass von der Regierung abgepresst. Nun forscht seine Enkelin nach - auch in Schwerin.

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Bei der Diskussion um die aktuelle Provenienzforschung wird auch der Fall des Berliner Malers Otto Nagel (1894-1967) aufgegriffen. Fünf seiner Bilder im Bestand der Staatlichen Schlösser, Gärten und Kunstsammlungen Mecklenburg-Vorpommern werden derzeit von den SSGK auf ihre Herkunft geprüft - insbesondere beim Umgang mit dem Nachlass des Künstlers gibt es von Seiten der Erben Anhaltspunkte, dass die SED massiv Druck auf die Familie ausgeübt hat. Obwohl es sich bei Otto Nagel um einen in der DDR geschätzten Künstler handelte, hat es seitens des Staates wahrscheinlich Eingriffe in sein Werk gegeben. Zudem gibt es konkrete Hinweise, dass Bilder von Otto Nagel unrechtmäßiger Weise aus öffentlichen Sammlungen über den staatlichen Kunsthandel der DDR verkauft wurden.

Die Rolle der Museen in der DDR: Diese Teilnehmenden diskutieren

  • Dr. Uwe Hartmann, Leiter des Fachbereichs Provenienzforschung im Deutschen Zentrum Kulturgutverluste
  • Dr. Dirk Blübaum, Leiter der Abteilung Staatliches Museum Schwerin bei den SSGK
  • Salka Schallenberg, Enkelin von Otto Nagel
  • Christine Gerberding, Redaktionsleiterin NDR Kulturjournal

Das Gespräch moderiert Siv Stippekohl, Redakteurin im NDR Landesfunkhaus Mecklenburg-Vorpommern.

Provenienzforschung im Norden: Trimediales Projekt des NDR

Im Rahmen des trimedialen Projekts "Museumsdetektive - Auf den Spuren geraubter Kunst im Norden" informieren die Kulturredaktionen des NDR im Fernsehen, im Radio und online seit Oktober 2018, wie norddeutsche Ausstellungshäuser nach der Herkunft ihrer Objekte forschen. Woher kommen die "verdächtigen" Objekte in Museen? Wo sind die Besitztümer von Opfern des Nationalsozialismus geblieben? Was passierte mit in der DDR beschlagnahmten Kunstwerken? Wie verhält es sich mit Stücken aus kolonialem Kontext? Die Diskussion in Schwerin ist die dritte der Gesprächsreihe "Museumsdetektive", im September und Oktober sprachen Expertinnen und Experten bereits in Göttingen und Hannover über das Thema Herkunftsforschung. Der NDR setzt das Projekt neben der Gesprächsreihe mit weiteren Fernseh-, Radio- und Online-Beiträgen fort und plant weitere Podiumsdiskussionen in Norddeutschland.

Alles nur geklaut? Zur Rolle der Museen in der DDR

Was passierte mit in der DDR beschlagnahmten Kunstwerken? Der NDR lädt zu einer Diskussionsveranstaltung ein, in der es um den Fall des Berliner Malers Otto Nagel gehen wird.

Art:
Diskussion
Datum:
Ende:
Ort:
Staatliches Museum Schwerin
Alter Garten 3
19055   Schwerin
Öffnungszeiten:
Eintritt frei
Um Anmeldung wird gebeten unter der Anmeldung@ssgk-mv.de
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Dieses Thema im Programm:

Kulturjournal | 04.11.2019 | 22:45 Uhr