Bjarne Mädel mit seinen beiden Trophäen der Grimme-Preis-Verleihung. © dpa bildfunk Foto:  Rolf Vennenbernd

"Sörensen hat Angst" und "Polizeiruf" - Grimme-Preise für den NDR

Stand: 26.08.2022 23:45 Uhr

Zwei NDR Fernsehfilme sind am Freitagabend in Marl mit Grimme-Preisen ausgezeichnet worden. Geehrt wurde Bjarne Mädels Regierdebüt "Sörensen hat Angst" sowie der Rostocker "Polizeiruf 110: Sabine" mit Charly Hübner.

Für den "Polizeiruf 110: Sabine" hat das Ermittlerteam, gespielt von Anneke Kim Sarnau und Hübner, sowie Luise Heyer in der Titelrolle den Grimme-Preis erhalten. Zudem wurden Florian Oeller für das Drehbuch und Stefan Schaller für die Regie mit der renommierten Auszeichnung geehrt.

Bei "Sörensen hat Angst" wurde Mädel sowohl für die Regie als auch für die Darstellung des Hamburger Kommissars in der Provinz ausgezeichnet. Sven Stricker bekam den Preis für das Drehbuch, Kristian Leschner für die Bildgestaltung und Katrin Wichmann für ihre Rolle als Polizistin Jennifer.

 "Polizeiruf 110: Sabine": Alleinerziehende Mutter greift zur Waffe

König (Anneke Kim Sarnau) und Bukow (Charly Hübner) © NDR/Christine Schroeder
König (Anneke Kim Sarnau) und Bukow (Charly Hübner)

Im Mittelpunkt des "Polizeiruf 110: Sabine" steht eine Frau (Luise Heyer), der durch die anstehende Schließung der Rostocker Arunia-Werft der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Als alles zu viel wird, greift sie in ihrer Verzweiflung zur Waffe. Die Jury des Grimme-Preises urteilt: "Das dringliche politische Thema der forcierten Verelendung ganzer Gesellschaftsschichten wird hier empathisch, rigoros und kunstvoll auf die Figur der alleinerziehenden Mutter Sabine heruntergebrochen."

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Zum Preis für das Drehbuch und die Regie erklärte die Jury: "Florian Oeller hat sein Drehbuch kühl und klug konstruiert, Regisseur Stefan Schaller inszeniert den Rachefeldzug der Gedemütigten als Ambivalenz-Parcours, der das Publikum zwingt, immer wieder seine Gefühle für die Hauptfigur zu überprüfen und zu überdenken. Vielleicht kann nur der Rostocker 'Polizeiruf' so durchlässig sein für ein solch schwieriges gesellschaftliches Thema."

In dem Film spielen außerdem Uwe Preuss, Andreas Guenther, Josef Heynert und Lina Beckmann. "Polizeiruf 110: Sabine" ist eine Produktion der Filmpool fiction (Produzentin Iris Kiefer, Ausführende Produzentin: Nikola Bock). Die NDR Redaktion hatte Daniela Mussgiller.

"Sörensen hat Angst" in der Mediathek (FSK 12)
Sörensen (Bjarne Mädel) hat den Lauf einer Waffe an der Schläfe. © Bild: NDR/Michael Ihle
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"Sörensen hat Angst": Grimme-Preis für Thrillerkino auf lakonisch-norddeutsche Art

Beim bereits mehrfach ausgezeichneten NDR Film "Sörensen hat Angst" hatte Sven Stricker das Drehbuch bereits auf Bjarne Mädel als Kriminalhauptkommissar zugeschnitten. In der Begründung der Grimme-Jury heißt es: "Bis in das kleinste Detail vermeidet dieses in jeder Hinsicht außergewöhnliche Täterrätsel alle handelsüblichen Kniffe des Genres und findet bis in die verstörendsten Windungen seines Plots eine eigene Darstellungs- und Bildsprache. Das Thrillerkino auf lakonisch-norddeutsche Art und Weise: Understatement statt Überreizung. Hier ist jeder Ton richtig gesetzt - das ganze Ensemble agiert traumwandlerisch sicher unter Mädels Leitung."

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Zu den Darstellerinnen und Darstellern des Fernsehfilms zählen weiter Matthias Brandt, Peter Kurth, Katrin Wichmann und Anne Ratte-Polle.

Produzenten waren Jakob Claussen und Uli Putz (Claussen + Putz Filmproduktion), gefördert wurde die Herstellung von der nordmedia - Film- und Mediengesellschaft Niedersachsen/Bremen mbH. Die Redaktion lag bei Christian Granderath und Philine Rosenberg. Ergänzend wurde Bjarne Mädel beim Grimme-Preis als Darsteller in dem Film "Geliefert" geehrt (BR/ARTE).

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Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Nachrichten | 26.08.2022 | 21:00 Uhr

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