Stand: 05.11.2019 12:30 Uhr

Hamburger Regisseurin dreht mit Sandra Bullock

Die in Hamburg lebende Künstlerin Nora Fingscheidt kann sich über ein erfolgreiches Jahr 2019 freuen. Nach ihrem bei der Berlinale preisgekrönten und auch an der Kinokasse erfolgreichen Debütfilm "Systemsprenger" dreht die 36-jährige Mutter eines Sohnes ihren nächsten Film in Hollywood.

Nora Fingscheidt im Interview © Patricia Batlle
Nora Fingscheidt im Gespräch bei der Hamburger Premiere ihres Debütfilms "Systemsprenger".

Was für eine beachtliche Karriere der Regisseurin und Drehbuchautorin Nora Fingscheidt: Ihr Langspielfilmdebüt "Systemsprenger" ist Deutschlands Oscar-Hoffnung für den bester internationalen Spielfilm und läuft als Dauerbrenner im Kino. Nun steht fest: Fingscheidt wird ihren nächsten Film in Hollywood drehen - mit Sandra Bullock als Hauptdarstellerin. Das berichten US-Kinofachzeitschriften wie "Variety" und der "Hollywood Reporter".

Fingscheidt dreht Thriller mit Bullock

Der Thriller, bislang noch ohne Titel, handelt von einer aus dem Gefängnis entlassenen Kriminellen (Sandra Bullock), die es schwer hat, wieder in der Gesellschaft Fuß zu fassen. Daher sucht sie ihre jüngere Schwester zur moralischen Unterstützung. Der Film basiert den Medienberichten zufolge auf der britischen Miniserie "Unforgiven", in der die Kriminelle Ruth Slater nach 15 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird.

Unbetitelter Film wird von Netflix und Veronica Ferres produziert

Der Thriller soll vom Streaming-Dienst Netflix finanziert werden und auf einem Drehbuch des Regisseurs Christopher McQuarrie ("Mission Impossible: Fallout") basieren. Bullocks letzter Film, der Horrorthriller "Bird Box", war zuvor ebenfalls von diesem Dienst produziert worden. Als Produzentin soll unter anderem die deutsche Schauspielerin Veronica Ferres mit ihrer Firma Construction Filmproduktion aus München im Gespräch sein.

"Wir freuen uns sehr, ein solches Talent bei uns am Standort zu haben und sind sehr gespannt auf Nora Fingscheidts neues Projekt mit Hollywood-Star Sandra Bullock", sagte Helge Albers von der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, die die Produktion von "Systemsprenger" finanziell unterstützt hat.

Fingscheidts Film "Systemsprenger" erhielt bei der Berlinale 2019 den Silbernen Bären - den Alfred-Bauer-Preis. Der Film wird weltweit auf Festivals und in Kinos gezeigt und hat bereits mehr als 400.000 Zuschauer allein in Deutschland ins Kino gelockt, wie dessen Produktionsfilma Weydemann Bros auf Twitter mitteilte.

Helge Albers, Geschäftsführer der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein

 

Mehr über "Systemsprenger"
Lisa Hagmeister spielt Bennis Mutter Bianca - Szene mit der elfjährigen Helena Zengel als Bennis aus dem Film "Systemsprenger" von Nora Fingscheidt © Port au Prince Pictures Foto: Yunus Roy Imer

"Systemsprenger": Drama über ein Problemkind

Nora Fingscheidts Kinodrama "Systemsprenger" um ein extrem schwieriges Kind ist eine emotionale Achterbahnfahrt. Jetzt räumte das Kinodrama beim Deutschen Filmpreis ab. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Klassisch unterwegs | 05.11.2019 | 16:20 Uhr

Mehr Kultur

Szene aus dem Film "Das Geheimnis des Totenwaldes" mit Matthias Brandt und Karoline Schuch © NDR/ConradFilm, Bavaria Fiction 2020

"Göhrde-Morde": Die Hintergründe des wahren Kriminalfalls

Die "Göhrde-Morde" sorgten Ende der 80er-Jahre für Aufsehen. Um den für das Erste verfilmten Kriminalfall gibt es ein großes Angebot. mehr

Amanda Seyfried als Marion Davies und Gary Oldman als Herman Mankievicz - Szene aus dem Spielfilm "Mank" von David Fincher © Netflix

"Mank" - Finchers Reflektion über Hollywoods Goldene Ära

David Fincher klärt im Netflix-Film "Mank", wer das Drehbuch zu "Citizen Kane" schrieb: Orson Welles oder Herman J. Mankiewicz? mehr

Herta Müller, Literaturnobelpreisträgerin © NDR Foto: Marco Maas

Usedomer Literaturtage 2020 starten - Lesungen im Stream

Neben Literaturnobelpreisträgerin Herta Müller ist auch Saša Stanišić zu Gast. Die Lesungen werden ab Donnerstag per Stream übertragen. mehr

Sopranistin Christine Süßmuth bei der Probe des Balthasar-Neumann-Chores © Büro für internationale Kulturprojekte

Profisport-Konzept ermöglicht gemeinsames Proben

"Was Fußballer können, muss in der Kultur auch gehen", dachte sich der Balthasar-Neumann-Chor. Ein Bericht aus der Gruppenquarantäne. mehr