Achim von Borries (2. v. li.), am Set der dritten Staffel von "Babylon Berlin" mit Volker Bruch, Thorsten Merten, Luc Feith, Rüdiger Klink, Fritz Roth © Frédéric Batier/X Filme Creative Pool/ARD Degeto/WDR/Sky/Beta Film 2019 Foto: Frédéric Batier

"Babylon Berlin": Regisseur von Borries über die 4. Staffel

Stand: 25.10.2020 06:00 Uhr

Die Erfolgsserie "Babylon Berlin" wird in 4. Staffel fortgesetzt. Die Dreharbeiten sollen im Frühjahr 2021 in Berlin starten.

von Bettina Peulecke

Am Donnerstagabend liefen die letzten Folgen der dritten Staffel von "Babylon Berlin" im Ersten. Alle drei Staffeln Babylon Berlin stehen noch bis zum 21. Januar 2021 in der ARD-Mediathek zum Abruf bereit.

Szene aus der dritten Staffel von "Babylon Berlin": Gereon Rath (Volker Bruch) steht in einem Raum, auf dessen Boden Hunderte von Papierblättern liegen. © Frédéric Batier/X Filme Creative Pool/ARD Degeto/WDR/Sky/Beta Film 2019

AUDIO: Achim von Borries über die 4. Staffel "Babylon Berlin" (7 Min)

Ende der 3. Staffel mit Cliffhanger

Kommissar Gereon Rath (Volker Bruch) hat einen untrüglichen Instinkt. Er glaubt nicht an einen Unfall, als die Hauptdarstellerin eines Filmes bei Dreharbeiten ums Leben kommt. Das Publikum weiß: Am Ende sollte er Recht behalten. Verzweifelt suchte man als Zuschauer auch nach etwaigen Spuren, Hinweisen, Indizien, die darauf hindeuten könnten, dass nach Abschluss der dritten Staffel nicht Schluss sein möge mit dieser wunderbaren Serie. Nun gibt es Gewissheit.

Volker Bruch stehen Liv Lisa Fries in Abendgarderobe vor einem Schild mit der Aufschrift "Babylon Berlin". © picture alliance/Geisler-Fotopress Foto: Nicole Kubelka/Geisler-Fotopress

AUDIO: Die Stars aus "Babylon Berlin" (55 Min)

Christoph Pellander, Redaktionsleiter der ARD Degeto stellt klar: "Die ersten beiden Staffeln haben insgesamt 20 Millionen Leute geschaut, die dritte bereits zehn Millionen. Wir reden von 30 Millionen Abrufen insgesamt, da ist noch längst nicht das Ende erkannt. Wir haben auch diesen internationalen Verkauf in mehr als 140 Länder. Das alles in der Gesamtauswertung überzeugt, diese Serie fortzusetzen."

Der große Erfolg spricht für sich und gibt den Machern eine gewisse Sicherheit erzählt Achim von Borries, neben Hank Handloegten und Tom Tykwer, einer der drei Regisseure: "Auf jeden Fall sind wir etwas relaxter, allerdings ist der Anspruch nicht geringer geworden. Auch der an uns selbst nicht. Das schlimmste wäre ja, wenn man sich jetzt zu sehr wiederholt oder auf Lorbeeren, die man in der Vergangenheit eingesammelt hat, ausruht."

Frappierende Parallelen zur Gegenwart

Stofflich betrachtet bleibt Babylon Berlin in der Vergangenheit angesiedelt. Die Serie nach den Romanen von Volker Kutscher um die Berliner Mordkommission und die Kommissare Gereon Rath und seine Assistentin Charlotte Ritter spielt in der Zeit der Weimarer Republik, dennoch zeigen sich frappierende Parallelen zur Gegenwart, findet auch Achim von Borries: "Natürlich sind die großen Ströme und Konflikte ähnlich. Daraus gewinnt 'Babylon' immer noch eine große Aktualität, dass man sich das heute angucken kann - wissend, wie es ausgegangen ist. Die Konflikte als die gleichen erkennt, die wir heute noch haben."

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Früher galten Serien in Deutschland eher als altbacken, das hat sich nicht ausschließlich, aber maßgeblich mit Babylon Berlin verändert, sagt Christoph Pellander von der ARD Degeto: "Die Serie hat es geschafft, auch den in Deutschland geänderten Sehgewohnheiten von Serienfans gerecht zu werden, die man durch internationale Serien bekommen hat." Gleichzeitig habe es die Serie geschafft, den internationalen Blick auf deutsche Serien maßgeblich zu verändern. "Wir haben ein großartiges kreatives Werk mit drei Topregisseuren und insgesamt fünf Autorinnen und Autoren. Ich bin mir sicher, dass die wieder die Qualität liefern werden, die man durch die Staffeln eins, zwei und drei gewohnt ist", so Pellander.

4. Staffel "Babylon Berlin" basiert auf Kutschers Roman "Goldstein"

Das ist natürlich auch Achim von Borries ein Anliegen. Der Regisseur meint: "In Nord-Amerika wird die Sendung quasi mit Tagespolitik verglichen - und natürlich ist es ein Thema und eine Zeit, die unterbelichtet ist. Es gibt ganz viel über das Dritte Reich, aber wenig über die Zeit davor. Wenn wir uns unsere Helden ansehen, fragen wir uns alle "was ist eigentlich aus denen geworden?", beziehungsweise, "was wird aus denen in drei vier Jahren, wenn Hitler an die Macht kommt? Wie werden die sich entscheiden?" Ich glaube, das bewegt die Leute und deswegen gucken sie auch zu", vermutet von Borries. Die nächste Staffel soll auf Volker Kutschers Romanvorlage "Goldstück" basieren.

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NDR Info | Kultur | 24.10.2020 | 17:55 Uhr

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