neue musik

Geisterinseln und schräge Typen

Dienstag, 02. März 2021, 21:00 bis 22:00 Uhr

Die Frage nach dem "Warum" bohrt sich hartnäckig durch alle Gespräche mit dem amerikanischen Komponisten Ming Tsao. In seiner Bibliothek hat er Antworten von Monteverdi bis Ferneyhough. "Sagen Sie mir einen Komponistennamen und ich zeige Ihnen die Noten", sagt er lachend, als ich ihn bei unserem Interview per Internet auf die Partituren hinter ihm anspreche. "Und wie findet man seine eigene überzeugende Sprache angesichts der Fülle an überzeugenden Lösungen?" Ming Tsao lacht. "Darum geht es heute nicht mehr. Das ist so ein sehr altes, romantisches Denken. Heute geht es mehr darum," erklärt er, "Dinge zusammen zu bringen, die auf den ersten Blick vielleicht gar nicht zusammen gehören." Und dafür braucht man ein solides Handwerk, und man muss sich aus seiner Komfortzone herauswagen.

Komponieren mit Mut

Den Mut, sich auf Neues einzulassen, fordert auch sein Kollege, der kanadische Komponist Gordon Williamson. Ihm ist es besonders wichtig, dass seine Studierenden hören, was sie geschrieben haben und sich auch mal auf eine Besetzung einlassen, die nicht zu ihrem Wunschprogramm gehört. Absolut bereichernd, diesen beiden Komponisten zu begegnen, die als Komponisten und Lehrende in der Welt herumgekommen sind und mit großer Leidenschaft inspirierend unterrichten - ganz besonders gern an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover.

Eine Sendung von Margarete Zander.

 

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Tasten eines Konzertflügels © NDR

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Die Sendung informiert über aktuelle Trends und Renaissancen in der zeitgenössischen Musik, präsentiert Komponistenporträts, Festivalberichte, CD-Tipps und mehr. mehr