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Alan Gilbert und die Neue Musik

Dienstag, 02. Februar 2021, 21:00 bis 22:00 Uhr

Dirigent Alan Gilbert auf dem Dach der Elbphilharmonie Hamburg © NDR Foto: Peter Hundert
Im Sommer 2019 trat Alan Gilbert seinen Posten als Chefdirigent des NDR Elbphilharmonie Orchesters an.

Schon in seiner Heimatstadt New York hat Alan Gilbert das Publikum gern zu etwas Neuem verführt. Das Publikum hat er schnell überzeugt, weil es in den Konzerten selbst erleben konnte, wie stark die Musik, die Alan Gilbert ausgewählt hat, unsere Zeit reflektiert und sich den brennenden Fragen unserer Gesellschaft stellt. Die Kritiker in den USA waren etwas zögerlicher mit ihrem Zuspruch: Ihnen war das Programm manchmal zu Europa-lastig.

Stars sind die besten Musikverführer

Im Festival "Elbphilharmonie Visions" hätte Alan Gilbert im Februar gern mit seinem Orchester und ausgewählten anderen Star-Orchestern und Solisten die aktuelle Welt der Klänge in die Elbphilharmonie geholt. Das Festival wurde nun um zwei Jahre verschoben. Auf Musik des 20. und 21. Jahrhunderts wird man in seinen Konzertprogrammen mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester dennoch nicht verzichten müssen: So steht am 5. Februar das Konzert für Klavier und Streichorchester von Alfred Schnittke aus dem Jahr 1979 auf dem Programm - von NDR Kultur live übertragen aus der Elbphilharmonie. Der Solist des Abends, Daniil Trifonov hat sich das Konzert gewünscht, in dem der Komponist selbst "Schattengeflechte mehrstimmiger Kanons und surrealistische Sonnenaufgangsfetzen von orthodoxer Kirchenmusik" findet. Alan Gilbert erfüllt dem Klavierstar aus Russland diesen Wunsch mit Leidenschaft, denn er setzt darauf, dass gerade die besten Interpreten auch am besten für weniger bekannte oder gänzlich unbekannte Werke begeistern können.

Alan Gilbert möchte mit seinem Publikum die Musik teilen, die er liebt

"Für mich gibt es keine Barriere zwischen Alter Musik und Neuer Musik", erklärt der Dirigent. "Es ist alles Teil eines zusammenhängenden Ganzen. Abgesehen davon, dass ich Stücke präsentiere, die ich wirklich liebe und an die ich wirklich glaube, versuche ich, Verbindungen zu schaffen, logische Zusammenhänge zu finden, die jedem Stück dazu verhelfen, mit der größtmöglichen Bedeutung und Resonanz zu erklingen." Der Dirigent, der selbst einige Semester Komposition studiert hat, hat nicht nur die Orchestermusik im Blick, sondern entdeckt in der Kammermusik, was sich in der Welt der klassischen Musik an faszinierenden neuen Klangfiguren entwickelt. Und er lässt sich gern von Kolleginnen und Kollegen weltweit zeigen, welche unerhörte Schätze sie gefunden haben. Sein Interesse ist unersättlich, denn für Alan Gilbert ist "alles, was heute weltweit komponiert wird, ein Spiegel der Gesellschaft, in der wir leben".

Diesen Puls der Zeit können Sie in Aufnahmen mit ihm in Aufnahmen mit dem NDR Elbphilharmonie Orchester und dem New York Philharmonic Orchestra in dieser Stunde auf NDR Kultur spüren.

Eine Sendung von Margarete Zander.

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Tasten eines Konzertflügels © NDR

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Blick auf die gewellten Glastüren der Elbphilharmonie.  Foto: Michael Zapf

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