Buchcover: Angeline Boulley - Firekeeper’s Daughter © cbj Jugendbücher

"Firekeeper’s Daughter": Jugendbuch über Native Americans

Stand: 17.09.2022 06:00 Uhr

Angeline Boulley erzählt farbig und sehr authentisch die Geschichte einer 18-jährigen Native American. In den USA stand das Buch auf Platz 1 der "New York Times"-Bestsellerliste.

von Katja Eßbach

Das Setting dieses Romans ist ungewöhnlich und macht einen großen Teil seines Charmes aus. Handlungsort von "Firekeeper’s Daughter" ist die kleine Insel Sugar Island in Michigan. Auf der Insel leben Native Americans vom Stamm der Ojibwe. Autorin Angeline Boulley ist Teil dieser Gemeinschaft und hat auch viele Jahre auf Sugar Island gelebt. Sie wollte in ihrem Roman die wunderschönen Seiten ihrer Heimat zeigen und ihr war es wichtig, dass ihre Kinder eine Geschichte über ihre Community lesen können.

Hin- und hergerissen zwischen zwei Kulturen

Angeline Boulley erzählt farbig und sehr authentisch die Geschichte der 18-jährigen Daunis, Tochter einer weißen Mutter und eines Native-American-Vaters. Daunis fühlt sich zwischen den zwei Kulturen hin- und hergerissen, nirgendwo zugehörig. Das ist schwierig für sie, sagt die Autorin über ihre Protagonistin. Aber als Daunis die Stärke ihrer beiden Identitäten erkannt hat, ist ihr klargeworden, dass sie die Richtige ist, um ihre Gemeinschaft zu beschützen.

Daunis träumt eigentlich davon, wegzugehen und an einem College Medizin zu studieren. Doch als ihre Großmutter krank wird, muss Daunis sich um die Familie kümmern. Abgelenkt von ihren Problemen wird sie von Jamie, einem neuen und äußerst attraktiven Spieler im Eishockeyteam der Schule.

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Daunis wird in einen Mordfall verwickelt

Aber dann geschieht eine Katastrophe:

Als Travis sich umdreht und den kurzen Revolver auf mich richtet, bleibe ich wie angewurzelt stehen. (...) Revolver. Schock. Revolver. Ungläubigkeit. Revolver. Angst. Mein Herzklopfen hallt mir in den Ohren wider. Es ist das einzige Geräusch. THA-THUM-THA-THUM THA-THUM. Travis Hände zittern leicht. (...) Ich werde sterben. Lily wird mir beim Sterben zusehen. Leseprobe

Tatsächlich gibt es an diesem Abend eine Tote, erschossen von einem Drogenabhängigen.

Überhaupt sind Drogen, vor allem Chrystal Meth, ein riesiges Problem im Ojibwe-Reservat. Weswegen das FBI undercover auf Sugar Island ermittelt. Und ausgerechnet Jamie ist einer der verdeckten Ermittler und will Daunis ebenfalls rekrutieren.

Ich springe auf. Jamie hat mit mir gespielt. Jeder Schritt, den wir zusammen gelaufen sind, hat die beiden ihrem Plan, mich einzuspannen, einen Schritt nähergebracht. Und ich hatte tatsächlich etwas gefühlt für die Person, die so freundlich, lustig und mitfühlend war. Was bin ich für eine Idiotin. "Oh verdammt nein, mit euch will ich nichts zu tun haben." Leseprobe

Daunis ändert ihre Meinung jedoch und ist zur Mitarbeit bereit.

"Firekeeper’s Daughter": Ein ganz besonderes Buch

"Firekeeper’s Daughter" verströmt eine geheimnisvolle Atmosphäre. Angeline Boulley schreibt leicht, sehr bildlich und mit überbordender Fantasie. Und vor allem ihre Schilderungen der Kultur und der Lebensumstände der Ojibwe machen das Buch zu etwas ganz Besonderem.

Firekeeper’s Daughter

von Angeline Boulley, Aus dem Amerikanischen von Claudia Max
Seitenzahl:
560 Seiten
Genre:
Kinderbuch
Zusatzinfo:
ab 14 Jahren
Verlag:
cbj Jugendbücher
Bestellnummer:
978-3-570-16601-7
Preis:
20 €

Dieses Thema im Programm:

NDR Kultur | Mikado | 17.09.2022 | 08:20 Uhr

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